VW Bulli: Vom Flower-Power-Mobil zum Klassiker der Zukunft

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Er hat einen – selbst im hohen Alter – ungemein hohen Nutzwert. Zugleich erfreut er sich immer noch einer allgemein großen Beliebtheit; nicht umsonst präsentierte VW im Jahr 2015 eine Neuauflage des Klassikers. Vorauszusehen war diese Beliebtheit und der Verkaufserfolg indes nicht, als in Wolfsburg genau am 8. März 1950 die ersten zehn VW Bullis vom Band liefen. Die damals auf den Namen getauften VW Bus T1 Bulli stellte dabei nach dem VW Käfer erst die zweite Baureihe des Volkswagen-Werkes dar, die auf eine zivile Nutzung ausgerichtet war. Anfangs teilweise als Flower-Power-Mobil belächelt, avancierte der VW Bulli dann binnen kürzester Zeit zu einem Vorzeigeobjekt des Autoherstellers aus Wolfsburg.

VW Bulli ErsatzteileVW Bus T1 Bulli: A star was born

Obwohl der VW Käfer und der VW Bulli äußerlich und von der Nutzintention keinerlei Gemeinsamkeiten aufweisen, basierte die Technik des Volkswagen Transporters anfangs aber dennoch auf der Technologie des mittlerweile legendären VW Käfer. So waren die ersten Modelle des VW Bus T1 „Bulli“ dann auch nur mit einer Leistung von 25 PS ausgestattet; erst Anfang der 1960er Jahre wurde die Leistung auf 42 PS erhöht. Erstmals ließen sich mit dem 1,5 Liter-Boxer so unbeladen mehr als 100 km/h erzielen. 1965 gewährte VW seinem T1 „Bulli“ dann noch einmal zusätzlich zwei PS; zudem wurde der Transporter fortan mit 12-Volt-Bordtechnik ausgeliefert.

Der T1 avanciert zum Verkaufs- und Exportschlager

Aller Optimierungen zum Trotz stellte VW dann schließlich nach insgesamt 17 Jahren Bauzeit die Produktion des VW Bus T1 Bulli für den deutschen Markt ein. Das Modell ging quasi als strahlender Held in den wohlverdienten Ruhestand. Denn das Fahrzeug war unerwartet zum Verkaufsschlager geworden. Alleine in Deutschland konnten bis zum Produktionsstopp über 1,83 Millionen Bulli-Modelle dieser ersten Generation verkauft werden. In Brasilien lief der T1 allerdings sogar noch bis zum Jahr 2000 vom Band; dabei wurde der beliebte Transporter noch über eine Million Mal weiter produziert. Nur ausgesuchte Fachwerkstätten, wie zum Beispiel die für den hohen Qualitäts- und Servicestandard bekannte zur Quelle, können noch heute qualitativ hochwertige Ersatzteile für diese VW Modelle besorgen.

Drastisches Lifting: Der Bulli erhält ein modernes Erscheinungsbild

Eine noch größere Popularität erreichte dann aber der VW Bulli T3, der von 1979 bis 1990 gebaut wurde. Dabei stach vor allem sein modernes Erscheinungsbild, das dem damaligen Zeitgeist angepasst war, ins Auge. So hatten die Designer von VW der dritten Bulli-Generation ein Lifting verpasst, das ungemein eckig und kantig gestaltet war. Das kam gut an, stand diese Linienführung bzw. Formgebung zu der Zeit hoch im Kurs. Aber das war längst nicht der einzige Faktor, der dem T3 einen echten Kultstatus bescherte. Denn auch die Modellpalette wurde maßgeblich erweitert. Neben den reinen Nutzfahrzeugvarianten für Handwerk und Handel bot der Wolfsburger Autokonzern nunmehr auch Reisemobile sowie spezielle Bulli-Varianten für die Personenbeförderung an.

Der Oettinger-Bus macht den Bulli zu einem echten Sportwagen

1985 erweiterte VW dann sein Portfolio noch um ein ganz besonderes Highlight – mit dem so bezeichneten Oettinger-Bus. Dieses mit einem 180 PS starken Sechszylinder-Wasserboxer ausgerüstetes Modell kam wie ein echter Sportwagen daher und sorgte selbst bei Rennsportlern für einen echten Hype. Auch die eher sportiv ausgerichtete Konkurrenz konnte seine Anerkennung für den Oettinger-Bus kaum verleugnen. Nicht umsonst bot Porsche dann auch mit dem Modell B32 einen eigenen Kleinbus an, der auf dem VW T3 Caravelle basierte. Um den sportiven Charakter zu unterstreichen, verbaute Porsche insgesamt 236 PS im Heck.

Die Legende lebt in den aktuellen Modellen stets weiter

Auch die modernen und aktuellen Modelle des VW-Bulli sind immer noch an die vom T1 ausgehende Bauweise und Formgebung angelegt. Optisch hat sich zwar einiges getan, auch die Technologie ist mit zahlreichen Optimierungen und Innovationen durchsetzt. Aber in jedem einzelnen Modell lebt der legendäre T1 stets weiter. Obwohl – eins vermissen VW Bulli-Traditionalisten: den blubbernden Sound der ersten Modelle, der irgendwo an einen Singsang von Joe Cocker und Bob Dylan erinnerte.

Der neue T6: Zwischen Nostalgie und High Tech

VW Bulli

Trotzdem aber verströmt gerade der seit 2015 erhältliche T6 ein ähnliches Flair wie das Original aus den 1950er bzw. 1960er Jahren. Aus der Modellgruppe findet dabei insbesondere der Multivan Generation Six verstärkt zurück zu seinen Wurzeln. Gerade die Zweifarblackierung erinnert dabei optisch an den legendären ersten Bulli. Auch das Design kann mit seiner markanten Formgebung rund um die zeitgemäß gestaltete Front- und Heckpartie als Hommage an den T1 interpretiert werden. Maßstäbe setzt der T6 allerdings nicht nur durch diesen nostalgischen Exkurs, sondern in erster Linie durch eine hochmoderne Technologie. Modernste Euro-6-Motoren, serienmäßig ausgestattet mit BlueMotion Technology, dazu aus hochwertigen Materialien gefertigte Komfortsitze sowie eine Vielzahl an funktionellen und teilweise innovativen Infotainment- und auch Fahrerassistenzsystemen machen den neuen „alten“ VW Bulli zum Klassiker der Zukunft.

Foto: Art Konovalov, paul prescott / shutterstock.com

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