Wenn der Außenspiegel abgefahren wurde, musst du schnell handeln: Der Spiegel ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, und ein fehlender oder stark beschädigter Außenspiegel kann zur Stilllegung des Fahrzeugs führen. Das Wichtigste zuerst – prüfe, ob nur das Spiegelglas gebrochen ist oder ob das gesamte Spiegelgehäuse beschädigt wurde. Danach kannst du entweder das Außenspiegelglas alleine tauschen oder den kompletten Seitenspiegel ersetzen. Mit den richtigen Ersatzteilen und etwas handwerklichem Geschick lässt sich das in der Regel selbst erledigen.
Benötigte Teile und Werkzeug
Bevor du loslegst, solltest du alle nötigen Teile und Werkzeuge bereitstellen. Das spart Zeit und verhindert unnötige Unterbrechungen mitten in der Arbeit.
Ersatzteile
- Kompletter Außenspiegel – fahrzeugspezifisch (passend zu Hersteller, Modell, Baujahr und Seite: links oder rechts)
- Spiegelglas – wenn nur das Glas gesprungen oder abgebrochen ist
- Kabelbinder oder Klebeband – für provisorische Sicherung während der Arbeit
- Dichtmasse – bei manchen Modellen nötig, um eindringendes Wasser zu verhindern
Werkzeug
- Torx-Schraubendreher-Set (T20, T25, T30 – je nach Fahrzeug)
- Innensechskant-Set (Inbusschlüssel)
- Flacher Kunststoff-Hebelspatel (zum Abnehmen der Innenverkleidung)
- Kreuzschlitz-Schraubendreher
- Elektrisches Multimeter (bei beheizbaren oder elektrisch verstellbaren Spiegeln)
- Arbeitshandschuhe
- Schutzbrille
Tipp von unseren Autoteileprofi-Mechanikern: Achte immer auf die korrekte Fahrzeugseite beim Bestellen. Außenspiegel sind nicht symmetrisch – ein Spiegel für die linke Seite passt nie auf die rechte. Prüfe außerdem, ob dein Fahrzeug einen manuell verstellbaren oder elektrisch angetriebenen Spiegel hat, denn das beeinflusst Teilenummer und Einbaukomplexität erheblich.
Sicherheitshinweise vor dem Start
Auch wenn der Spiegelwechsel kein großer Eingriff am Fahrzeug ist, gibt es einige Punkte, die du beachten solltest, um dich und dein Auto zu schützen.
- Fahrzeug auf ebenem Untergrund abstellen und Handbremse anziehen
- Zündung ausschalten und Fahrzeugschlüssel abziehen
- Bei elektrisch verstellbaren Spiegeln: Batterie abklemmen, bevor du Steckverbindungen löst – Kurzschlüsse können teure Steuergeräte beschädigen
- Schutzhandschuhe tragen – gebrochenes Spiegelglas hat scharfe Kanten
- Schutzbrille aufsetzen beim Entfernen von Glasresten
Wenn du die Fahrzeugbatterie abklemmst, denk daran, dass danach ggf. das Radio-Sicherheitscode eingegeben werden muss. Notiere dir den Code vorher aus dem Fahrzeughandbuch.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Außenspiegel wechseln
Die folgende Anleitung gilt für die meisten gängigen Pkw-Modelle. Leichte Abweichungen je nach Fahrzeughersteller sind möglich – im Zweifelsfall hilft das Reparaturhandbuch deines Fahrzeugs weiter.
Schritt 1: Schäden genau beurteilen
Zuerst prüfst du, was genau beschädigt ist. Ist nur das Glas gebrochen, reicht oft ein Austausch des Spiegelglases. Ist das Gehäuse gebrochen, der Spiegelfuß verbogen oder sind elektrische Kabel durchtrennt, muss der komplette Spiegel ersetzt werden. Dokumentiere den Schaden mit Fotos – das ist wichtig für die Versicherung.
Schritt 2: Türinnenverkleidung entfernen (bei elektrischen Spiegeln)
Bei elektrisch verstellbaren Außenspiegeln führen Kabel durch die Tür. Dafür musst du die Türinnenverkleidung abnehmen. Entferne zuerst alle sichtbaren Schrauben – oft versteckt hinter kleinen Abdeckkappen. Dann hebst du die Verkleidung mit dem Kunststoff-Hebelspatel vorsichtig aus den Clipshalterungen. Übermäßige Kraft bricht die Clips – arbeite langsam und gleichmäßig rund um die Verkleidung.
Schritt 3: Steckverbinder lösen
Sobald die Verkleidung abgenommen ist, siehst du den Kabelstrang, der zum Spiegel führt. Trenne die Steckverbindung durch Drücken der Rastnase und gleichzeitiges Abziehen – niemals am Kabel selbst ziehen. Elektrisch beheizbare Spiegel haben oft einen zweiten Stecker für die Heizfunktion. Auch diesen löst du sorgfältig.
Schritt 4: Spiegelbefestigungsschrauben lösen
Unter einer kleinen Plastikabdeckung an der Innenseite der Türecke – dort, wo der Spiegel montiert ist – findest du die Befestigungsschrauben. In den meisten Fällen handelt es sich um zwei bis drei Torx- oder Inbusschrauben. Löse diese vollständig und halte dabei den Spiegel mit der anderen Hand, damit er nicht herunterfällt.
Schritt 5: Alten Spiegel abnehmen
Sobald alle Schrauben gelöst sind, kannst du den Spiegel leicht nach vorne kippen und von der Tür abheben. Achte darauf, dass der Kabelstrang vollständig durch die Türöffnung geführt wird, ohne dabei zu verklemmen oder zu reißen.
Schritt 6: Neuen Spiegel montieren
Führe zunächst das Kabel des neuen Spiegels durch die Türöffnung. Setze den Spiegel auf die Befestigungspunkte auf und ziehe die Schrauben gleichmäßig an – nicht zu fest, da sonst das Gehäuse oder die Türstruktur beschädigt werden kann. Stecke anschließend alle Steckverbinder wieder ein, bis sie hörbar einrasten.
Schritt 7: Verkleidung wieder anbringen und Funktion testen
Setze die Türinnenverkleidung wieder ein, beginnend mit den Clips. Dann verbinde die Batterie wieder und teste alle Spiegelfunktionen: elektrische Verstellung, Heizfunktion und – falls vorhanden – die automatische Einfaltkfunktion. Passt die Einstellung nicht, justiere über den Spiegelverstellschalter im Innenraum.
Profi-Tipp: Wenn du einen neuen Spiegel mit integriertem Blinker montierst, prüfe nach dem Einbau unbedingt mit einem Multimeter, ob alle Stromkreise korrekt verbunden sind. Ein nicht funktionierender Blinkerspiegel ist ein direktes Sicherheitsproblem und kann beim TÜV zur Beanstandung führen.
Häufige Fehler beim Spiegelwechsel vermeiden
Auch scheinbar einfache Reparaturen können schiefgehen, wenn man ein paar grundlegende Dinge übersieht. Hier sind die häufigsten Fehler, die unsere Spezialisten bei Autoteileprofi immer wieder beobachten:
- Falsches Ersatzteil bestellt: Viele Spiegel sehen ähnlich aus, sind aber nicht kompatibel. Prüfe immer Hersteller, Modell, Baujahr und Fahrzeugseite anhand der Fahrgestellnummer (FIN/VIN).
- Kabel beim Herausziehen beschädigt: Kabelstränge in Türen sind oft steif und kurz. Nie mit Gewalt ziehen – lieber die Führungsöffnung in der Tür etwas vergrößern, wenn nötig.
- Befestigungsschrauben zu fest angezogen: Kunststoffgehäuse reagieren empfindlich auf Überdrehmoment. Finger-fest plus eine Viertelumdrehung ist in den meisten Fällen ausreichend.
- Clips der Innenverkleidung gebrochen: Wer die Verkleidung mit Gewalt abzieht, bricht die Kunststoffclips. Einen Satz Ersatzclips vorrätig zu haben, schadet nie.
- Kein Funktionstest vor dem Zusammenbauen: Immer erst testen, dann die Verkleidung wieder montieren. Sonst muss alles noch einmal auf.
Wann muss der Spiegel unbedingt ersetzt werden?
Nicht jeder Kratzer erfordert einen sofortigen Austausch. Aber es gibt Situationen, in denen du den Spiegel so schnell wie möglich ersetzen solltest:
- Das Spiegelglas ist gesprungen oder vollständig abgefallen
- Das Gehäuse ist gebrochen und hält nicht mehr sicher an der Tür
- Die elektrische Verstellung oder Heizfunktion funktioniert nicht mehr
- Der Spiegel lässt sich nicht mehr ausrichten und gibt keine klare Sicht nach hinten
- Nach einem Unfall, bei dem der Spiegel seitlich abgefahren wurde
In Deutschland ist gemäß §56 StVZO ein funktionierender Rückspiegel auf der Fahrerseite Pflicht. Ein fehlender oder dauerhaft defekter Außenspiegel kann bei einer Polizeikontrolle zur Beanstandung oder sogar zu einem Bußgeld führen.
Was du gleichzeitig erledigen kannst
Wenn du schon dabei bist, die Türinnenverkleidung abzunehmen, lohnt es sich, ein paar weitere Dinge gleichzeitig zu überprüfen oder zu reparieren. Das spart dir das erneute Öffnen der Tür zu einem späteren Zeitpunkt.
- Fensterheber prüfen: Bewegt sich das Fenster ruckelig oder langsam? Der Reglermotor oder das Seil könnten verschlissen sein.
- Blinkleuchte kontrollieren: Wenn dein Spiegel einen integrierten Blinker hatte, prüfe auch gleich die übrigen Blinkleuchten am Fahrzeug.
- Türdichtungen inspizieren: Offene Türen bieten eine gute Gelegenheit, die Gummidichtungen auf Risse oder Verhärtungen zu prüfen.
- Zentralverriegelung testen: Die Zentralverriegelung sitzt ebenfalls in der Tür – ein kurzer Funktionstest kostet nichts.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich nur das Spiegelglas tauschen, ohne den ganzen Spiegel zu wechseln?
Ja, in den meisten Fällen lässt sich das Spiegelglas separat tauschen. Es wird meist durch Clips gehalten und lässt sich vorsichtig mit einem Kunststoffkeil aus dem Gehäuse hebeln. Das spart Zeit und Kosten erheblich.
Was kostet ein neuer Außenspiegel im Durchschnitt?
Einfache Spiegel ohne Elektrik kosten ab etwa 20–50 Euro. Elektrisch verstellbare Spiegel mit Heizung und Blinker können je nach Fahrzeugmodell zwischen 60 und 300 Euro kosten. Markenfahrzeuge liegen oft höher.
Muss ich den Spiegel neu einstellen nach dem Wechsel?
Ja. Nach jedem Spiegelwechsel sollte die Position neu justiert werden. Das geschieht über den Verstellschalter im Innenraum. Stelle den Spiegel so ein, dass du den hinteren Kotflügel leicht siehst und den toten Winkel minimierst.
Übernimmt die Versicherung den Schaden am Außenspiegel?
Das hängt vom Schadenhergang ab. Wurde der Spiegel durch einen Unfall mit Fremdverschulden abgefahren, zahlt die gegnerische Haftpflicht. Bei eigenem Verschulden oder Vandalismus greift die Kaskoversicherung, sofern sie eingeschlossen ist.
Brauche ich eine Werkstatt oder kann ich den Spiegel selbst wechseln?
Einfache Spiegel ohne Elektronik kann nahezu jeder selbst wechseln. Bei Fahrzeugen mit Kamerasystemen, Totwinkelwarner oder Einparkhilfe im Spiegel sollte die Kalibrierung in einer Fachwerkstatt erfolgen.
Ein abgefahrener Außenspiegel ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang – mit dem richtigen Ersatzteil und etwas Sorgfalt ist das Problem schnell behoben. Wichtig ist, immer das fahrzeugspezifisch passende Teil zu verwenden und bei elektrischen Komponenten ruhig und strukturiert vorzugehen. Wer gleichzeitig prüft, ob weitere Teile an der Tür verschlissen sind, spart sich einen zweiten Eingriff. Den passenden Seitenspiegel für dein Fahrzeug findest du schnell und einfach bei Autoteileprofi – mit Fahrzeugauswahl nach Hersteller, Modell und Baujahr, damit die Teilekompatibilität von Anfang an stimmt.










