Einen gebrochenen oder abgefallenen Außenspiegel wieder zu kleben ist einfacher als gedacht. Beim Außenspiegel kleben braucht man den richtigen Klebstoff (z. B. Karosserie-Klebeband oder Spiegelkleber), eine saubere Klebefläche und etwas Geduld. In den meisten Fällen lässt sich das Außenspiegelglas oder das gesamte Spiegelgehäuse ohne Werkstattbesuch selbst reparieren – professionell und dauerhaft.
Werkzeug und Material – was Sie brauchen
Bevor Sie anfangen, sollten alle notwendigen Teile und Werkzeuge griffbereit liegen. Wer das nicht beachtet, arbeitet unkonzentriert und macht unnötige Fehler. Hier ist eine genaue Übersicht:
Benötigte Teile
- Spiegelkleber oder starkes doppelseitiges Klebeband (speziell für Außenspiegel geeignet)
- Ersatzspiegelglas (fahrzeugspezifisch – auf Modell und Baujahr achten)
- Reinigungsalkohol oder Isopropanol (70–99 %)
- Abklebeband zum Abdecken umliegender Bereiche
- Mikrofasertuch (fusselfrei)
Benötigtes Werkzeug
- Plastikspatel oder Gummikeil (zum Ablösen des alten Glases)
- Heißluftfön oder Wärmepistole (erleichtert das Lösen des alten Klebers)
- Schutzhandschuhe
- Schutzbrille
Tipp: Achten Sie beim Kauf eines Ersatzspiegelglases immer auf die exakte Fahrzeugkennung – Hersteller, Modell, Baujahr und ob der Spiegel beheizt ist oder nicht. Falsch bestellte Teile passen oft millimetergenau nicht.
Sicherheitshinweise vor der Arbeit
Auch wenn das Kleben eines Außenspiegels keine große Mechaniker-Arbeit ist, sollte man ein paar Grundregeln beachten. Schnittverletzungen durch Spiegelglas sind keine Seltenheit – das Glas kann splitterartige Bruchkanten haben.
- Immer Schutzhandschuhe tragen – auch bei scheinbar unbeschädigtem Glas
- Eine Schutzbrille verhindert Glasstaub in den Augen
- Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Bereich, da manche Klebstoffe starke Dämpfe abgeben
- Das Fahrzeug sollte auf ebenem Untergrund stehen und die Zündung ausgeschaltet sein
- Bei beheizten Spiegeln: Vor der Arbeit das Bordnetz trennen, also die Batterie abklemmen
Wer regelmäßig am Fahrzeug arbeitet, sollte sich auch mit dem Zustand der Seitenspiegel-Komponenten vertraut machen – ein beschädigtes Gehäuse kann mehr verbergen als nur ein gebrochenes Glas.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Außenspiegel kleben
Die folgende Anleitung gilt für das Einkleben eines neuen Spiegelglases in ein vorhandenes Gehäuse. Wenn das gesamte Spiegelgehäuse gewechselt werden muss, weicht der Prozess etwas ab – dazu weiter unten mehr.
Schritt 1: Altes Spiegelglas entfernen
Zuerst das beschädigte Glas vorsichtig entfernen. Mit einem Heißluftfön oder einer Wärmepistole den Rand des Spiegels gleichmäßig erwärmen – das erweicht den alten Kleber. Anschließend mit einem Plastikspatel vorsichtig unter das Glas gehen und es mit sanftem, gleichmäßigem Druck lösen. Niemals mit Metallwerkzeug hebeln, da sonst das Spiegelgehäuse beschädigt werden kann.
Schritt 2: Klebefläche reinigen
Jetzt die Trägerplatte im Spiegelgehäuse gründlich reinigen. Alte Kleberreste mit dem Plastikspatel abkratzen, dann die Fläche mit Isopropanol abwischen. Dieser Schritt ist entscheidend – Fett, Staub oder Kleberrückstände verhindern eine feste Haftung. Die Fläche muss absolut trocken und fettfrei sein, bevor der neue Kleber aufgetragen wird.
Schritt 3: Neuen Kleber auftragen
Je nach gewähltem Produkt gibt es zwei Methoden. Bei doppelseitigem Klebeband (Karosserieklebeband) das Band auf der Trägerplatte aufkleben und die Schutzfolie erst kurz vor dem Einsetzen des neuen Glases abziehen. Bei Spiegelkleber aus einer Tube den Kleber gleichmäßig in kleinen Punkten oder als dünne Raupe auf der Trägerplatte verteilen – nicht zu viel, sonst quillt er seitlich heraus. Unser Tipp aus der Werkstatt-Praxis: Karosserie-Doppelklebeband ist für Anfänger oft einfacher zu handhaben als Tube-Kleber.
Schritt 4: Neues Spiegelglas einsetzen
Das neue Glas vorsichtig auf die Trägerplatte setzen und gleichmäßig andrücken. Dabei von der Mitte nach außen drücken, um Luftblasen zu vermeiden. Das Glas muss bündig im Rahmen sitzen – keinen Versatz akzeptieren. Anschließend das Glas für mindestens 15–30 Minuten mit leichtem Druck fixieren, zum Beispiel mit Klebeband, das das Glas an das Gehäuse zieht.
Schritt 5: Aushärten und testen
Den Klebstoff vollständig aushärten lassen – je nach Produkt dauert das zwischen 1 und 24 Stunden. Erst danach das Fahrzeug bewegen und den Spiegel einstellen. Bei beheizten Spiegeln die Steckverbindung wieder anschließen und die Heizfunktion testen. Wer eine Verbindung zur Fahrzeugelektrik wiederhergestellt hat, sollte auch den Zustand der Fensterheber-Mechanik prüfen – oft liegen elektrische Probleme nah beieinander.
Profi-Tipp von den Autoteileprofi-Mechanikern: Verwenden Sie niemals Sekundenkleber für Außenspiegel. Dieser wird durch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen spröde und hält erfahrungsgemäß keine zwei Monate. Für dauerhafte Ergebnisse braucht es speziellen Kfz-Spiegelkleber oder hochwertiges doppelseitiges Karosserieklebeband.
Häufige Fehler beim Außenspiegel kleben
Selbst erfahrene Heimwerker machen beim Spiegel kleben Fehler, die später zu Problemen führen. Hier sind die häufigsten – und wie man sie vermeidet:
- Klebefläche nicht ausreichend gereinigt: Schon ein kleiner Fettfilm reicht, damit der Kleber nicht haftet. Immer Isopropanol verwenden, nie nur Wasser.
- Falschen Kleber verwendet: Sekundenkleber oder Allzweckkleber halten den Witterungsbedingungen nicht stand. Nur Produkte nehmen, die für Kfz-Außenanwendung zugelassen sind.
- Zu wenig Aushärtezeit gelassen: Wer das Fahrzeug zu früh bewegt, riskiert, dass das Glas sich wieder löst – besonders bei niedrigen Temperaturen.
- Falsches Ersatzglas bestellt: Ein Spiegel mit Heizfunktion sieht von außen identisch aus wie einer ohne – aber die Anschlüsse passen dann nicht. Immer die Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN) verwenden.
- Glas mit Metallwerkzeug gehebelt: Kratzer im Spiegelgehäuse entstehen schnell und sind schwer zu kaschieren.
Wann sollte der Außenspiegel ersetzt werden?
Nicht jeder Schaden lässt sich durch Kleben beheben. Es gibt Situationen, in denen ein kompletter Austausch sinnvoller ist als eine Reparatur.
- Das Spiegelglas ist so stark zersplittert, dass es nicht mehr als Ganzes klebt
- Das Spiegelgehäuse ist gebrochen oder gerissen
- Die elektrische Verstellung oder Heizfunktion funktioniert nicht mehr
- Der Spiegel wurde bei einem Unfall von der Halterung gerissen und die Halterung ist beschädigt
- Nach einem Unfall – hier sollte auch die Kotflügel-Verkleidung auf Schäden geprüft werden
In diesen Fällen lohnt es sich, direkt ein komplettes Spiegelgehäuse zu bestellen. Das spart langfristig Zeit und Geld gegenüber mehreren Reparaturversuchen.
Expertenhinweis: Unsere Spezialisten bei Autoteileprofi empfehlen, bei beheizten Außenspiegeln immer ein OEM-kompatibles Ersatzteil zu wählen. Günstige No-Name-Gläser passen oft nicht millimetergenau, was zu Undichtigkeiten und Vibrationen bei höheren Geschwindigkeiten führen kann.
Weitere Wartungsarbeiten, die Sie gleichzeitig erledigen können
Wer schon am Außenspiegel arbeitet, kann die Gelegenheit nutzen, ein paar weitere Kleinigkeiten zu überprüfen. Das spart Zeit und hält das Fahrzeug in top Zustand.
- Blinkleuchte im Spiegel prüfen: Viele moderne Fahrzeuge haben eine Blinkleuchte im Spiegelgehäuse integriert – den Zustand gleich mitprüfen
- Scheibenwischer kontrollieren: Wenn man schon an der Fahrzeugseite steht – die Wischerblätter auf Verschleiß prüfen
- Türdichtungen inspizieren: Risse oder verhärtete Dichtungen lassen Feuchtigkeit ins Fahrzeug eindringen
- Spiegelverstellung testen: Elektrisch und manuell – funktioniert alles reibungslos?
- Heckleuchten checken: Während man um das Fahrzeug geht, auch die Heckleuchte auf Defekte überprüfen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welcher Kleber eignet sich am besten für Außenspiegel?
Am besten eignen sich spezieller Kfz-Spiegelkleber oder doppelseitiges Karosserieklebeband. Diese Produkte sind für Temperaturschwankungen, UV-Strahlung und Feuchtigkeit ausgelegt und halten dauerhaft – im Gegensatz zu Sekundenkleber oder Universalkleber.
Kann ich ein beheiztes Spiegelglas selbst kleben?
Ja, das ist möglich. Wichtig ist, das Bordnetz vorher zu trennen und beim Einbau die elektrischen Anschlüsse nicht zu beschädigen. Das Ersatzglas muss zwingend für beheizte Spiegel ausgelegt und fahrzeugspezifisch sein.
Wie lange muss der Kleber trocknen, bevor ich fahren kann?
Das hängt vom verwendeten Produkt ab. Doppelseitiges Klebeband hält sofort, Tube-Kleber braucht je nach Temperatur und Hersteller zwischen 1 und 24 Stunden. Bei Kälte unter 10 °C verlängert sich die Aushärtezeit deutlich.
Was kostet es, einen Außenspiegel in der Werkstatt kleben zu lassen?
Je nach Fahrzeug und Werkstatt kostet das Einkleben eines Spiegelglases zwischen 30 und 80 Euro inklusive Teile. Bei einem kompletten Spiegelwechsel mit elektrischer Verstellung kann der Preis auf 150 bis 300 Euro steigen.
Muss ich nach dem Kleben des Spiegels eine HU-relevante Prüfung beachten?
Ja. Ein loser, beschädigter oder fehlender Außenspiegel ist ein Mangel bei der Hauptuntersuchung. Nach der Reparatur muss der Spiegel fest sitzen, rissfreit und vollständig einsehbar sein – das prüft der TÜV-Prüfer explizit.
Ein Außenspiegel selbst zu kleben ist eine der unkompliziertesten Reparaturen am Fahrzeug – vorausgesetzt, man verwendet die richtigen Materialien und arbeitet sorgfältig. Wer auf fahrzeugspezifische Ersatzteile setzt und die Klebefläche ordentlich vorbereitet, erzielt ein Ergebnis, das genauso hält wie eine Werkstattreparatur. Passende Außenspiegelgläser für Ihr Fahrzeug finden Sie direkt bei Autoteileprofi – einfach Fahrzeugdaten eingeben und das richtige Teil auf Anhieb bestellen.










