Schäden vermeiden – so lagern Sie die Reifen richtig!

Schäden vermeiden - so lagern Sie die Reifen richtig!

Der Sommer naht in großen Schritten. Mit ihm kommt die Zeit für die Sommerreifen. Obwohl es rechtlich erlaubt ist, auch im Sommer mit Winterreifen zu fahren, ist es nicht empfohlen. Verschleiß, Fahrverhalten und Verbrauch sind mit einer der Jahreszeit angepassten Bereifung grundsätzlich besser. Die Frage ist dann: Wie die Winterreifen lagern, dass sie in der nächsten Jahreszeit noch brauchbar sind?

Folgen falscher Lagerung

falscher Lagerung der ReifenReifen sind geformte Kompositmaterialien. Sie bestehen aus einem Stahlgeflecht, der sogenannten Karkasse, das mit einem Gummi-Gemisch umhüllt ist. Den Umhüllvorgang nennt man „Vulkanisieren„.

Dabei wird das Gummi durch Wärme stark erwärmt, bis es flüssig genug ist um die Karkasse luftdicht einhüllen zu können. Das ist auch sehr wichtig. Die Karkasse ist nur so lange fest und stabil, solange sie nicht zu rosten beginnt. Dringen Luft und Feuchtigkeit bis zu den Stahldräht vor, ist der Reifen sehr schnell kaputt.
Reifen PunktbelastungenGenau hier ist das Problem bei falscher Lagerung. Die Reifen müssen so gelagert werden, dass sie keine Punktbelastungen haben. Monatelanges Stehen auf der gleichen Stelle biegen die Karkasse permanent am gleichen Punkt durch. Das kann sie beschädigen.

Ebenso können an dem Punkt mit der größten Spannung Mikrorisse entstehen. Diese können sich im späteren Farhbetrieb immer weiter ausweiten, bis die Karkasse schließlich von der Luft erreicht werden kann. Bei Winterreifen ist dies besonders fatal: Salz und Schnee wirken wie ein Turbo auf die Korrosion der Karkasse.

Beim Lagern von Reifen sind insgesamt folgende Fehler typisch:
Lagern von Reifen Fehler

– Stehendes Lagern
– Zu heller Lagerplatz
– Zu feuchter Lagerplatz
– Chemische Substanzen in der Nähe

Mit wenigen Handgriffen zum korrekten Lagern

Ein Reifen sollte deshalb

– liegend oder hängend
– dunkel
– trocken
– gut belüftet

gelagert werden.

ReifenbaumEs ist grundsätzlich möglich, die Auto-Reifen übereinander zu stapeln. Dabei sollten aber nicht mehr als vier Reifen aufeinander geschichtet werden. Der Druck verteilt sich bei der liegenden Lagerung zwar gut über die gesamte seitliche Fläche. Dort ist der Reifen jedoch am Schwächsten. Ein überhoher Reifenturm würde die untersten Reifen deshalb nachhaltig beschädigen.

Optimal ist daher der Reifenbaum oder ein geeigneter Wandhaken. Bei diesen Lösungen hängt ist der Auto-Reifen vollkommen unbelastet gelagert und Standschäden sind damit ausgeschlossen.

UV-Licht vermeiden ReifenDie Dunkelheit ist für den Reifen sehr wichtig. Das harte UV-Licht der Sonne lässt das Gummi schnell altern und spröde werden. Vor allem dann, wenn immer der gleiche Punkt angeleuchtet wird, sind Spätschäden praktisch unvermeidlich.

Paletten für ReifenStehende Feuchtigkeit ist für einen Reifen ebenso gefählich. Das Wasser kann in die Wandung eindringen und sich dort fest setzen. Neben dem Anlösen des Gummis ist das Wasser auch für die einvulkanisierte Karkasse schädlich. Ideal zum Stapeln von Rädern sind beispielsweise Paletten. Sie halten genügend Abstand zum Boden, damit auch bei eindringendem Wasser das Rad vor Feuchtigkeit geschützt ist.

Reifen LösemittelBesonders schädlich sind Lösemittel haltige Chemikalien. Dazu zählen vor allem die konventionellen Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel. Doch auch Motoröl, Bremsenreiniger, WD-40 und selbst Seife und Glasreiniger können die Gummierung von einem Reifen schädigen. Die Räder sollten unbedingt davor geschützt werden. Eine gute Belüftung des Raumes sorgt außerdem dafür, dass sich Dämpfe von Lösemitteln nicht auf den Reifen ablagern können.Ersatzteile günstig online bestellen

Reifen lagern – Schritt für Schritt

Das Lagern von Auto-Reifen geschieht in sechs Schritten:
Reifen lagern Schritt für Schritt

1. Prüfen
2. Reinigen
3. Markieren
4. Lagerplatz auswählen
5. Lagerplatz einrichten
6. Reifen einlagern

Es macht keinen Sinn, Reifen einzulagern die nicht in der neuen Saison verwendbar sind. Bevor also die gebrauchte Bereifung eingelagert wird, sollte man sie daher vorab gründlich inspizieren.
Profiltiefe-Messer der ReifenZunächst muss natürlich die Profiltiefe noch ausreichend sein. Hier hilft ein Profiltiefe-Messer. Bei Sommerreifen genügt eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Winterreifen brauchen jedoch 4 Millimeter Profiltiefe, um eine ausreichende Sicherheit zu leisten.

Jedoch bedeutet das nicht, dass Winterreifen, die gerade noch die Mindest-Profiltiefe haben, eingelagert werden sollen. Schließlich ist diese Tiefe der Wert, mit denen die Reifen im nächsten Winter wieder aufmontiert und anschließend den ganzen Winter gefahren werden. Darum sollten Winterreifen ab 6 Millimeter Profiltiefe nicht mehr verwendet, sondern ausgetauscht werden.

Beim Inspizieren der Profiltiefe wird auch der allgemeine Zustand des Reifens begutachtet. Scheuerstellen, „Bremsplatte“, Risse, Beulen sind alles Ausschlusskriterien für die weitere Verwendung. Hier muss der Reifen gegen einen anderen getauscht werden.

Schließlich ist das Reifenalter auch limitiert. Bei PKW-Reifen gilt ein absolutes Höchstalter von 10 Jahren. Danach ist die Bereifung nicht mehr verkehrssicher. Das Reifenalter wird anhand der DOT-Nummer festgestellt. Das ist eine vierstellige Zahlenkombination, die an der Flanke in einem ovalen Feld eingearbeitet ist. Die vier Ziffern geben die Woche und das Jahr der Produktion an. „3214“ bedeutet entsprechend „Kalenderwoche 32 im Jahr 2014“.

Nach sechs Jahren sollte der Reifen aber beim Wechsel besonders gründlich inspiziert werden, bevor er eingelagert wird. Hier ist das geschulte Auge einer Fachkraft hilfreich.

Ein sauberer Reifen ist ein sicherer Reifen. Vor dem Einlagern wird er am Besten mit einem Hochdruckreiniger abgespült. Das holt den Dreck aus dem Profil. Bei Winterreifen ist das besonders wichtig, da sich in dem Schmutz auch noch große Mengen Salz befinden. Das muss alles abgespült werden, damit der Auto-Reifen beim Lagern keinen Schaden nimmt.
Reifen markieren
Die Reifen werden mit

VL = Vorne Links
VR = Vorne Rechts
HL = Hinten Links
HR = Hinten Rechts

markiert.

Reifen achsweise montierenSie müssen achsweise nicht zwangsweise wieder genau so montiert werden. Es erleichtert aber die Zurodnung. Tatsächlich ist es sinnvoll, die Bereifung jährlich achsweise auszutauschen. So wird der Verschleiß gleichmäßig verteilt.

Reifen an der VorderachseNormalerweise fahren sich die Reifen an der Vorderachse schneller ab. Das Auto ist dort durch den Motor höher belastet. Außerdem trägt auch das Lenken zum schnelleren Abfahren der Reifen bei. Um zu vermeiden, sich immer paarweise neue Reifen kaufen zu müssen, wird die Bereifung von Vorder- und Hinterachse jährlich gewechselt.

Was jedoch nicht vertauscht werden darf, ist die seitliche Bereifung. Ein Rad muss immer in Laufrichtung montiert werden. Vertauscht man die Rechts und Links, fahren die Räder quasi permanent rückwärts. Das verschlechtert die Fahreigenschaften und erhöht den Verschleiß. Wird dies bei einer Kontrolle festgestellt, kann ein Bußgeld verhängt werden.

Schließlich wird ein sauberer, dunkler, trockener und gut belüfteter Lagerplatz gewählt. Die Europalette ist der Mindestschutz gegen stehende Nässe. Ideal ist jedoch der Felgenbaum. Eine Wandmontage ist besonders platzsparend. Dafür muss aber die Wand der Garage angebohrt werden. Das sollte man in jedem Fall vorab mit dem Vermieter abklären.

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