Luftfilter selber wechseln – So geht’s richtig!

Der Luftfilter ist ein ganz typisches Verschleißteil am Auto, das regelmäßig gewechselt werden muss. Natürlich kann man den Einbau einer Werkstatt überlassen, doch das muss nicht unbedingt sein, denn es handelt sich hierbei um eine Arbeit, die im Normalfall auch problemlos vom Laien ausgeführt werden kann. Selbst wenn Sie keine oder kaum Ahnung von ihrem Fahrzeug haben: Folgen Sie einfach unserer Anleitung, dann können Sie kaum etwas falsch machen.

luftfilter auto

Was bringt der Luftfilterwechsel?

Der Luftfilter ist sozusagen „die Lunge“ des Autos. Um zu funktionieren braucht der Motor Luft. Die ist aber voller Schmutz und Staubpartikel und könnte den Motor zerstören, wenn sie ungefiltert in diesen gelangt. Der Luftfilter sorgt dafür, dass nur saubere Luft in den Motorraum gelangt. Mit der Zeit setzen sich die feinen Poren aber zu und es wird keine Luft mehr hindurchgelassen. Dann wird das Benzin-Luftgemisch allmählich zu „fett“ und der Motor verliert an Leistung. Vor allem die Beschleunigung wird stark verringert. Zudem gehört der Luftfilter zum Mängelkatalog der Hauptuntersuchung des TÜVs und kann verhindern, dass ein Fahrzeug eine Plakette bekommt.

Luftfilter Wechsel

Der neue Luftfilter – Welcher ist der richtige?

Welche Maße der neue Luftfilter haben muss, erfahren Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs. Das ist oft aber gar nicht notwendig, da viele Händler das richtige Produkt anhand der Schlüsselnummer heraussuchen können. Angeboten werden gleich mehrere Varianten, die wie folgt aussehen:

luftfilterkasten

Der Luftfilter aus Papier ist die günstigste Variante. Er funktioniert wie das Filterpapier beim Kaffeefilter und verrichtet, so lange er neu ist, durchaus passable Arbeit. Der größte Nachteil ist aber seine Lebensdauer. Spätestens bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern ist für die meisten Schluss. Wenigfahrer profitieren trotzdem von den günstigen Preisen, ansonsten sind diese aber allenfalls als „Notlösung“ gedacht.
– Am häufigsten verwendet und auch von den Automobilherstellern bevorzugt wird der Baumwoll- oder Schaumstofffilter. Der liegt im mittleren Preissegment und bietet mit etwa 30.000 Kilometern eine annehmbare Lebensdauer. Während der Garantiezeit des Fahrzeugs sollte man sich unbedingt für einen solchen entscheiden, da diese Variante häufig von den Herstellern vorgeschrieben wird. Leider gibt es große Qualitätsunterschiede in Sachen Filterleistung, weswegen man eventuell nicht unbedingt auf die billigste Variante vertrauen sollte. Möglich sind übrigens auch Mischvarianten. Die trifft man besonders in den letzten Jahren häufiger an.
– Vielfahrer setzen auf den ölgetränkten Luftfilter. Der kann gleich mehrmals gereinigt und danach wieder eingeölt werden und erreicht deswegen eine Lebensdauer von teilweise mehr als 60.000 Kilometern, ist aber entsprechend teuer. Als Material kommt hier fast ausschließlich der teure Schaumstoff zum Einsatz. Zwar gibt es Gerüchte, dass solche Luftfilter die Luftmassenmesser in Dieselfahrzeugen zerstören können, dies ist aber nur dann der Fall, wenn das Produkt nicht richtig hergestellt bzw. unsachgemäß eingeölt wurde.
Der Sportluftfilter ist ein Sonderfall, denn der wird klassischerweise ganz ohne Luftfiltergehäuse direkt auf den Ansaugstutzen geschraubt, was zwar die Leistung leicht erhöht, aber auch die Lautstärke steigert, weswegen diese vom TÜV bzw. der DEKRA abgenommen werden müssen. Im normalen Alltag bringt der Umstieg auf einen solchen Luftfilter im Regelfall nichts.
Luftfilter in Top Qualität

Luftfilter • Top Qualität

günstig ab 5,56 €

zum Shop

Schritt-für-Schritt: Der Wechsel des Luftfilters

Folgende Utensilien und Werkzeuge benötigen Sie für den Wechsel:

die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs, einen Schraubendreher, ggf. eine Wasserpumpenzange, ggf. einen Ring-/Maulschlüssel, einen Lappen, den neuen Luftfilter

Schritt 0: Als erstes gilt es, die Motorhaube zu öffnen (Sicherung nicht vergessen!) und den sogenannten Luftfilterkasten innerhalb des Motorraums zu lokalisieren. Das ist in den meisten Fällen ziemlich einfach, da er häufig gut sichtbar angebracht ist und zudem über eine Beschriftung wie „Air Filter“ oder ein Symbol verfügt, das darauf hinweist. Finden Sie ihn nicht, hilft ein Blick ins Handbuch. Dort ist auch beschrieben, wie man diesen öffnet.
Schritt 1: Sollte es sich um ein Dieselfahrzeug handeln, sollten Sie zunächst den Stecker des Luftmassenmessers herausziehen. Dieser ist direkt mit dem Luftfilterkasten verbunden.
Schritt 2: Danach müssen Sie – je nach Fahrzeugmodell – den Ansaugschlauch demontieren. Dazu können Sie die angebrachte Schlauchschelle mit der Wasserpumpenzange direkt an der Feder zusammendrücken und ein paar Zentimeter nach hinten verschieben. Der Druck auf den Schlauchanschluss löst sich und dieser kann beiseitegeschoben werden.
Schritt 3: Öffnen Sie den Luftfilterkasten. Dieser ist im Regelfall mit zwei bis vier Klemmen gesichert, die mit einem Schraubendreher aufgehebelt werden können. Darunter können sich unter Umständen Schrauben oder Muttern befinden. Ist das der Fall müssen Sie diese mit dem Schraubendreher oder dem Ringschlüssel herausdrehen.
Schritt 4: Nehmen Sie den alten Luftfilter heraus. Er kann über den Hausmüll entsorgt werden. Ist der Luftfilterkasten verschmutzt, sollten Sie diesen kurz mit dem Lappen auswischen. Setzen Sie dann den neuen Luftfilter ein. Viel falsch machen kann man hier nicht. Im Normalfall passt dieser nur in eine Richtung hinein.
Schritt 5: Zuerst werden die Schrauben bzw. Muttern wieder eingesetzt. Anschließend können Sie den Luftfilterkasten mit den Klemmen wieder sichern.
Schritt 6: Stecken Sie jetzt den Ansaugschlauch wieder in die Öffnung, setzen Sie die Wasserpumpenzange erneut an die Feder und schieben Sie die Schlauchschelle so weit nach vorne, bis nur wenige Millimeter Abstand übrig sind. Lassen Sie los und testen Sie mit der Hand den festen Sitz der Schelle.
Schritt 7: Bei Dieselfahrzeugen sollten Sie jetzt den Stecker des Luftmengenmessers wieder in die dafür vorhandene Buchse stecken.
Schritt 8: Setzen Sie sich bei geöffneter Haube in das Fahrzeug und starten Sie den Motor. Geben Sie ein paar Mal Gas und achten Sie auf das Geräusch. Steigen Sie dann aus und überprüfen Sie, ob sich der Motor im Leerlauf ruhig verhält. Gibt es nichts zu beanstanden, war der Wechsel erfolgreich. Die Motorhaube können Sie jetzt wieder schließen.


luftfilter ersetzenAnmerkung: Der Einbau eines offenen Sportluftfilters ist im Normalfall wesentlich komplizierter und sieht die Demontage des Luftfilterkastens vor. Hinzu kommen je nach Fahrzeug weitere Besonderheiten, die hier nicht behandelt werden können. Es ist nicht ratsam, die Montage als Laie ganz allein durchzuführen. Unter Umständen kann es sogar zu einer Leistungsverschlechterung kommen. Lassen Sie sich bei Interesse von einer Fachwerkstatt beraten oder besuchen Sie im Internet vertrauenswürdige Informationsquellen wie den ADAC, TÜV oder DEKRA.

Häufige Fehler und die Lösungluftfilter reinigen

Zwar ist der Wechsel des Luftfilters relativ einfach und kann im Normalfall auch von Laien problemlos durchgeführt werden, dennoch ist auch diese Arbeit nicht ohne Tücken und Fehler können immer passieren. Sollten Sie nach dem Wechsel auf Probleme stoßen, lesen Sie sich folgende Tipps durch:

1. Schwankende Motorleistung – Sollten Sie nach dem Wechsel bei Ihrem Dieselfahrzeug schwankende Motorleistungen bemerken, liegt dies häufig daran, dass der Stecker des Luftmassenmessers nicht korrekt in der Buchse sitzt. Ein wenig wackeln und/oder erneutes, kräftiges hineinstecken sollten diesen Fehler beheben.

2. Rappeln während der Fahrt – Sollte bei der ersten Fahrt nach dem Wechsel ein Rappeln zu hören sein, ist dies ein Anzeichen für einen nicht ordnungsgemäß montierten Deckel des Luftfilterkastens. Entweder sitzt eine der Klammern nicht korrekt oder eine Schraube/Mutter wurde nicht richtig angezogen. Hier ist Nacharbeit angesagt.

Luftfilter austauschenWarnung: Luftfilter – Moderne Fahrzeuge verfügen oft über eine eigene Fehleranalyse. Es kann vorkommen, dass nach dem Wechsel im Display eine Warnung für den Luftfilter erscheint. Normalerweise wird diese automatisch zurückgesetzt, wenn wieder genügend Luft in den Brennraum gelangen kann. Es kann aber auch vorkommen, dass man diese – falls möglich – manuell löschen muss (Bedienungsanleitung beachten) oder dies gar von einer Werkstatt erledigen lassen muss.

3. Pfeifen oder fiepen aus dem Motorraum – Hören Sie bei Ihrer ersten Fahrt ein Pfeifen oder Fiepen aus dem Motorraum, haben Sie vermutlich den Ansaugschlauch nicht ordentlich befestigt, sodass die Luft durch ein Loch nach außen strömen kann. Überprüfen Sie in diesem Fall die Verbindung zwischen dem Schlauchanschluss und dem Ansaugschlauch sorgfältig. Richten Sie bei Bedarf die Schlauchschelle erneut aus und stellen Sie sicher, dass die Verbindung luftdicht abschließt.

Foto: NorGal, Daneshvar, fantasy / fotolia.com

sehr schlechtschlechtmittelgutsuper (59 Bewertungen, durchschnittlich: 5,00 von 5)
Loading...