Den Autoreifen zu wechseln ist eine grundlegende Fähigkeit, die jeder Autofahrer beherrschen sollte. Mit den richtigen Werkzeugen, etwas Vorbereitung und der passenden Technik lässt sich ein Reifenwechsel in etwa 30-45 Minuten sicher durchführen. Wichtig sind ein stabiler Wagenheber, das richtige Kreuzschlüssel-Set und ein sicherer, ebener Standort.
Wie viel kostet es in der Werkstatt?
In deutschen Werkstätten zahlen Sie für einen kompletten Reifenwechsel zwischen 20 und 40 Euro pro Fahrzeug. Dieser Preis umfasst das Aufziehen der vier Reifen, das Auswuchten und die Montage am Fahrzeug. Zusätzliche Kosten entstehen für die Einlagerung der abmontierten Reifen (etwa 30-50 Euro pro Saison). Bei Autoteileprofi erhalten Sie alle notwendigen Werkzeuge und Ersatzteile, um diese Kosten zu sparen.
Benötigte Werkzeuge und Teile
Für einen erfolgreichen Reifenwechsel brauchen Sie die richtige Ausrüstung. Eine vollständige Vorbereitung erspart Ihnen Zeit und Stress.
Benötigte Teile:
- Winterreifen oder Sommerreifen (fahrzeugspezifisch)
- Radschrauben (falls beschädigt)
- Ventilkappen
- Ersatz-Radmuttern
Benötigte Werkzeuge:
- Wagenheber (hydraulisch oder mechanisch)
- Kreuzschlüssel oder Radschlüssel
- Unterstellböcke für zusätzliche Sicherheit
- Luftdruckmesser
- Arbeitshandschuhe
- LED-Arbeitsleuchte
Benötigte Zeit: 30-45 Minuten
Stellen Sie sicher, dass Ihre neuen Reifen der korrekten Größe entsprechen. Die Reifengröße finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein oder an der Seitenwand der aktuellen Reifen.
Sicherheitsvorkehrungen
Sicherheit hat beim Reifenwechsel oberste Priorität. Arbeiten Sie niemals unter einem Fahrzeug, das nur mit einem Wagenheber gestützt wird.
Wählen Sie einen ebenen, festen Untergrund aus. Asphalt oder Beton sind ideal. Vermeiden Sie weiche Böden oder abschüssige Flächen. Ziehen Sie die Handbremse fest an und legen Sie den ersten Gang ein (bei Automatik: Stellung „P“).
Verwenden Sie zusätzlich Unterstellböcke für maximale Sicherheit. Tragen Sie Arbeitshandschuhe und reflektierende Warnweste, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.
Schritt-für-Schritt Anleitung zum Reifenwechsel
Schritt 1: Vorbereitung und Positionierung
Stellen Sie Ihr Fahrzeug auf eine ebene, feste Fläche. Ziehen Sie die Handbremse an und schalten Sie den Motor ab. Holen Sie alle Werkzeuge aus dem Kofferraum und kontrollieren Sie deren Vollständigkeit. Lockern Sie die Radschrauben am ersten Rad um etwa eine halbe Umdrehung, während das Rad noch Bodenkontakt hat.
Schritt 2: Fahrzeug aufbocken
Setzen Sie den Wagenheber an der vorgesehenen Stelle an. Diese finden Sie meist an verstärkten Punkten am Schweller oder Rahmen. Pumpen Sie das Fahrzeug so weit hoch, dass das Rad etwa 5-10 cm vom Boden abhebt. Sichern Sie das Fahrzeug zusätzlich mit Unterstellböcken.
Schritt 3: Alten Reifen demontieren
Lösen Sie die Radschrauben vollständig mit dem Kreuzschlüssel. Legen Sie die Schrauben an einem sicheren Ort ab, wo sie nicht wegrollen können. Ziehen Sie das Rad gerade zu sich heran und heben Sie es ab. Achten Sie auf Ihr Kreuz – Reifen können überraschend schwer sein.
Schritt 4: Neuen Reifen montieren
Setzen Sie den neuen Reifen auf die Radnabe. Achten Sie darauf, dass die Laufrichtung stimmt (Pfeil auf der Reifenflanke). Setzen Sie die Radschrauben handfest ein. Ziehen Sie sie kreuzweise vor, aber noch nicht vollständig fest – das erfolgt erst, wenn das Rad wieder Bodenkontakt hat.
Schritt 5: Fahrzeug absenken und finalisieren
Senken Sie das Fahrzeug ab, bis der Reifen wieder festen Bodenkontakt hat. Ziehen Sie nun die Radschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment kreuzweise fest. Entfernen Sie den Wagenheber vollständig. Prüfen Sie den Luftdruck und korrigieren Sie ihn falls nötig.
Häufige Fehler vermeiden
Viele Probleme beim Reifenwechsel entstehen durch vermeidbare Fehler. Der häufigste Fehler ist das Anziehen der Radschrauben in falscher Reihenfolge.
Ziehen Sie Radschrauben immer kreuzweise und in mehreren Stufen an. Verwenden Sie niemals Schlagschrauber ohne Drehmomentbegrenzung. Kontrollieren Sie nach den ersten 100 Kilometern nochmals das Anzugmoment der Radschrauben.
Vergessen Sie nicht, die Reifendrücke zu kontrollieren. Unterschiedliche Luftdrücke können zu ungleichmäßigem Verschleiß führen. Prüfen Sie auch die Ventildichtungen auf Beschädigungen.
Ein Drehmomentschlüssel garantiert das korrekte Anzugsdrehmoment und verhindert Schäden an den Gewinden oder zu lockere Verbindungen.
Wann sollten Sie die Reifen wechseln?
Der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel richtet sich nach den Außentemperaturen und nicht nach dem Kalender. Als Faustregel gilt: „Von O bis O“ – von Oktober bis Ostern Winterreifen.
Wechseln Sie auf Winterreifen, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7 Grad fallen. Sommerreifen verlieren bei niedrigen Temperaturen ihre Elastizität und bieten weniger Grip. Umgekehrt nutzen sich Winterreifen bei hohen Temperaturen schneller ab.
Kontrollieren Sie regelmäßig die Profiltiefe. Bei weniger als 4 mm Profiltiefe sollten Winterreifen gewechselt werden, bei Sommerreifen liegt die Grenze bei 3 mm. Moderne Reifendrucksensoren können dabei helfen, den Zustand zu überwachen.
Zusätzliche Wartungsarbeiten beim Reifenwechsel
Der Reifenwechsel bietet eine ideale Gelegenheit für weitere Wartungsarbeiten. Nutzen Sie die Zeit, um Bremsen, Radlager und Stoßdämpfer zu kontrollieren.
Prüfen Sie die Bremsscheiben auf Riefen oder ungleichmäßigen Verschleiß. Kontrollieren Sie die Bremsbeläge auf ausreichende Materialstärke. Ein gleichzeitiger Wechsel spart Zeit und Geld.
Reinigen Sie die Felgen gründlich und prüfen Sie sie auf Beschädigungen. Kleine Kratzer können Sie mit speziellen Reparatursets ausbessern. Bei der Gelegenheit können Sie auch die Luftfilter kontrollieren und gegebenenfalls erneuern.
Wie oft sollten Reifen gewechselt werden?
Der Reifenwechsel erfolgt normalerweise zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst. Die genauen Termine hängen von den Wetterbedingungen ab.
Kann ich verschiedene Reifenmarken mischen?
Grundsätzlich sollten alle vier Reifen von derselben Marke und dem gleichen Modell sein. Notfalls können Sie unterschiedliche Reifen achsweise verwenden.
Wie erkenne ich die richtige Laufrichtung?
Laufrichtungsgebundene Reifen haben einen Pfeil auf der Seitenwand, der die Drehrichtung anzeigt. Dieser muss in Fahrtrichtung zeigen.
Was mache ich mit den alten Reifen?
Lagern Sie gebrauchte Reifen trocken und dunkel. Markieren Sie die Position am Fahrzeug für den nächsten Wechsel. Entsorgen Sie stark abgefahrene Reifen fachgerecht.
Muss ich nach dem Reifenwechsel zur Werkstatt?
Bei korrekter Montage ist kein Werkstattbesuch nötig. Kontrollieren Sie nach 100 km nochmals das Anzugsdrehmoment der Radschrauben.
Der selbstständige Reifenwechsel spart nicht nur Geld, sondern gibt Ihnen auch die Kontrolle über Qualität und Zeitpunkt der Arbeiten. Mit der richtigen Ausrüstung von Autoteileprofi und etwas Übung wird der Reifenwechsel zur Routine. Die regelmäßige eigenständige Wartung Ihres Fahrzeugs trägt zu dessen Werterhalt bei und erhöht gleichzeitig Ihre Sicherheit im Straßenverkehr. Hochwertige Radschrauben und das passende Werkzeug sind dabei die Grundlage für jahrelang sichere Fahrten.










