Ob 5W40 oder 5W30 – die richtige Motorölviskosität hängt vor allem vom Fahrzeugtyp, dem Motorkonzept und den Betriebsbedingungen ab. Das 5W30 ist dünnflüssiger bei Betriebstemperatur und eignet sich besonders für moderne Benzin- und Dieselmotoren mit engen Toleranzen sowie für Fahrzeuge mit Partikelfilter. Das 5W40 dagegen bietet einen dickeren Schmierfilm bei hohen Temperaturen und ist die bessere Wahl für ältere Motoren, Turbomotoren oder Fahrzeuge unter starker Last. Beide Öle haben denselben Kaltstartindex (5W), fließen also bei winterlichen Temperaturen gleich gut. Entscheidend ist der zweite Wert, der die Viskosität bei 100°C beschreibt.
Schnellvergleich: 5W40 vs. 5W30 auf einen Blick
Wer keine Zeit für lange Erklärungen hat, findet hier die wichtigsten Unterschiede kompakt zusammengefasst. Die Tabelle hilft dabei, schnell die richtige Entscheidung zu treffen.
| Merkmal | 5W30 | 5W40 |
|---|---|---|
| Viskosität bei 100°C | Niedriger (dünnflüssiger) | Höher (dickflüssiger) |
| Kraftstoffverbrauch | Leicht geringer | Etwas höher |
| Schmierschutz bei Hitze | Gut | Sehr gut |
| Kaltstart | Sehr gut | Sehr gut |
| Preisspanne (4L) | ca. 25–50 € | ca. 28–55 € |
| Eignung Turbocharger | Bedingt | Sehr gut |
| Typische Normen | ACEA C3, VW 504/507, MB 229.51 | ACEA A3/B4, VW 502/505, MB 229.3/229.5 |
| Beste Anwendung | Moderne Motoren, Stadtverkehr | Ältere/sportliche Motoren, Langstrecke |
5W30: das sparsame Leichtlauföl für moderne Motoren
Das 5W30 gehört zur Kategorie der sogenannten Leichtlauföle. Es wurde ursprünglich entwickelt, um den Kraftstoffverbrauch zu senken und Emissionen zu reduzieren – besonders bei neueren Motorengenerationen mit präzisen Fertigungstoleranzen. Die geringere Viskosität bei Betriebstemperatur bedeutet weniger innere Reibung, was sich spürbar auf den Spritverbrauch auswirkt.
Moderne Benziner und Diesel mit Rußpartikelfilter oder AGR-System sind oft explizit auf 5W30 ausgelegt. Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz schreiben für viele aktuelle Modelle genau diese Viskosität vor – oft in Verbindung mit spezifischen Freigaben wie VW 504.00 oder MB 229.51.
- Viskositätsklasse: SAE 5W-30, HTHS-Wert ca. 2,9–3,5 mPa·s
- Additivpaket: Hoher Anteil an Verschleißschutz-Additiven, oft Low-SAPS-Formulierung
- Preis: ca. 25–50 € pro 4-Liter-Kanne, je nach Marke und Freigabe
Vorteile:
- Weniger Reibungsverluste im Motor
- Geringerer Kraftstoffverbrauch (bis zu 2–3 % messbar)
- Gut geeignet für Fahrzeuge mit Partikelfilter (Low-SAPS-Varianten)
- Schnelle Ölversorgung nach Kaltstart
Nachteile:
- Dünner Schmierfilm bei sehr hohen Temperaturen oder starker Last
- Nicht ideal für ältere Motoren mit größeren Lagerspielen
- Kann bei hohem Verschleiß schneller an Viskosität verlieren
Ideal für: Fahrer von modernen Pkw (Baujahr ab ca. 2005), Fahrzeuge mit DPF oder SCR-Katalysator, Pendler mit viel Kurzstreckenbetrieb im Stadtverkehr.
5W40: das robuste Allround-Öl für höhere Belastungen
Das 5W40 ist das klassische Vollsyntheseöl, das seit Jahrzehnten in Europa weit verbreitet ist. Es bietet bei hohen Betriebstemperaturen einen dickeren Schmierfilm – das ist besonders wichtig bei aufgeladenen Motoren, häufigen Volllastphasen oder längerer Autobahnfahrt. Wer einen Abgasturbolader verbaut hat, wird das 5W40 zu schätzen wissen: Turbos laufen bei extremen Temperaturen, und der stärkere Ölfilm schützt die Lager effizienter.
Auch ältere Fahrzeuge mit höherem Motorverschleiß oder größeren Lagerspielen profitieren vom 5W40. Die höhere Viskosität gleicht Fertigungstoleranzen besser aus und hält den Öldruck stabiler – selbst wenn Motor und Dichtungen schon einige Kilometer hinter sich haben.
- Viskositätsklasse: SAE 5W-40, HTHS-Wert ca. 3,5–4,0 mPa·s
- Additivpaket: Hoher Anteil an Hochdruckadditiven (EP-Additiven), meist Full-SAPS-Formulierung
- Preis: ca. 28–55 € pro 4-Liter-Kanne, je nach Marke
Vorteile:
- Starker Schmierfilm bei hohen Temperaturen
- Besserer Schutz für ältere Motoren und Turboaggregate
- Stabile Viskosität auch bei Volllastbetrieb
- Breite Herstellerfreigaben (ACEA A3/B4, VW 502/505, MB 229.5)
Nachteile:
- Etwas höherer Kraftstoffverbrauch durch mehr innere Reibung
- Nicht geeignet für Motoren mit Partikelfilter, die Low-SAPS-Öl erfordern
- In manchen modernen Motoren nicht vom Hersteller freigegeben
Ideal für: Besitzer älterer Fahrzeuge (vor 2005), sportliche Fahrer, Vielfahrer auf der Autobahn, Fahrzeuge mit Turboaufladung ohne DPF-Anforderung an das Öl.
Kompatibilität: Welches Öl passt zu welchem Fahrzeug?
Die wichtigste Regel bei der Ölwahl: Immer zuerst das Fahrzeughandbuch oder den Wartungsplan konsultieren. Herstellerfreigaben haben absoluten Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen. Ein falsches Öl kann langfristig Schäden an Kolbenringen, Ventilschaftdichtungen oder dem Turbolader verursachen.
Hier eine Übersicht typischer Fahrzeug-Ölzuordnungen:
- VW Golf, Passat, Skoda (Diesel, ab 2008): Meist 5W30 mit VW 507.00 oder 504.00 Freigabe
- BMW 3er, 5er (Benziner/Diesel): 5W30 mit BMW Longlife-04 oder LL-01 (je nach Modell)
- Mercedes C-Klasse, E-Klasse (ältere Modelle bis 2004): 5W40 mit MB 229.3 oder 229.5
- Opel Astra, Vectra (Benziner): 5W40 mit GM dexos2 oder ACEA A3/B4
- Ford Focus, Mondeo (Benziner): 5W30 mit Ford WSS-M2C913-C oder 5W40 je nach Baujahr
- Audi A4, A6 (Dieselmotor, ab 2008): 5W30 VW 507.00 (speziell mit DPF)
Wichtig: Modelljahrwechsel können die Ölspezifikation verändern. Ein Golf V Diesel aus 2005 kann eine andere Freigabe haben als ein Golf VI aus 2010 – auch wenn der Motor ähnlich klingt. Außerdem sollte man beachten, dass manche Fahrzeuge mit Ölfilter-Systemen ausgestattet sind, die bestimmte Öladditive erfordern oder ausschließen.
> 💡 **Profi-Tipp von den autoteileprofi.de-Mechanikern:** Niemals verschiedene Ölmarken oder Viskositätsklassen mischen – auch wenn beide Öle vollsynthetisch sind. Das Additivpaket kann inkompatibel sein und zu Ablagerungen oder Schaumbildung führen.
Abschließende Kaufempfehlung: 5W30 oder 5W40?
Unsere Spezialisten bei autoteileprofi.de sehen es täglich in der Praxis: Die meisten Schäden entstehen nicht durch falsche Marke, sondern durch falsche Viskosität. Hier die klare Empfehlung:
- Wähle 5W30, wenn dein Fahrzeug ab ca. 2005 gebaut wurde, einen Partikelfilter hat, und der Hersteller eine Low-SAPS-Norm wie VW 504/507, BMW LL-04 oder MB 229.51 vorschreibt. Auch für Pendler mit viel Stadtverkehr und Kurzstrecken ist 5W30 die wirtschaftlichere Wahl.
- Wähle 5W40, wenn du ein älteres Fahrzeug fährst, häufig Langstrecken oder Autobahnfahrten machst, einen Turbomotor ohne DPF-Ölanforderung hast, oder wenn der Hersteller ACEA A3/B4 oder MB 229.3/229.5 vorschreibt.
Ergänzend empfehlen wir bei jedem Ölwechsel auch gleich den Ölfilter zu ersetzen und die Ölwannendichtung auf Undichtigkeiten zu prüfen. Ein sauberes System verlängert die Lebensdauer des frischen Öls erheblich.
> 💡 **Experten-Hinweis:** Ein Ölwechsel ohne Filterwechsel ist wie ein neues Hemd über einer schmutzigen Wäsche – das alte Restöl im Filter verunreinigt das frische Öl sofort. Immer beides zusammen wechseln!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich 5W40 nehmen, wenn 5W30 vorgeschrieben ist?
Das wird nicht empfohlen. Besonders bei Motoren mit Partikelfilter oder langen Ölwechselintervallen kann 5W40 die Abgasnachbehandlung und den Motorschutz beeinträchtigen. Die Herstellerfreigabe sollte immer eingehalten werden.
Welches Öl ist besser für den Winter – 5W30 oder 5W40?
Beide haben denselben Kaltstartwert (5W) und verhalten sich bei niedrigen Temperaturen nahezu identisch. Der Unterschied liegt allein in der Hochtemperaturviskosität. Für den Winter spielt also die Wahl zwischen beiden kaum eine Rolle.
Wie oft sollte man das Motoröl wechseln?
In der Regel alle 10.000–15.000 km oder einmal jährlich – je nachdem, was zuerst eintritt. Bei Fahrzeugen mit Longlife-Service kann das Intervall auf bis zu 30.000 km verlängert sein, sofern das passende Longlife-Öl verwendet wird.
Schadet 5W40 einem modernen Motor?
Nicht direkt, aber wenn der Hersteller 5W30 (Low-SAPS) vorschreibt, kann ein Full-SAPS-Öl wie viele 5W40-Varianten den Partikelfilter zusetzen und die Garantie gefährden. Langfristig sind Motorschäden möglich.
Was bedeutet das „5W“ bei Motorölen eigentlich?
Das „W“ steht für „Winter“. Die Zahl davor beschreibt die Fließfähigkeit bei Kälte nach SAE-Norm. Je kleiner der Wert, desto besser fließt das Öl bei niedrigen Temperaturen – wichtig für einen reibungsarmen Kaltstart.










