Wenn das Auto im Schlingerkurs fährt – So wechseln Sie Stoßdämpfer & Federn!

Wenn das Auto im Schlingerkurs fährt - So wechseln Sie Stoßdämpfer & Federn!

Stoßdämpfer verschließen langsam. Man merkt lange Zeit nicht, dass sich das Fahrverhalten vom Auto immer mehr verschlechtert. Doch irgendwann kommt der Moment, an dem man das teigige und schwammige Gefühl beim Lenken nicht mehr ignorieren lässt. Dies hat meist eine Ursache: Verschlissene Stoßdämpfer. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Lesen Sie in diesem Text alles, was Sie über den Wechsel von Stoßdämpfern wissen müssen.

Aufbau und Funktion von einem Stoßdämpfer

Aufbau und Funktion von einem StoßdämpferEin Stoßdämpfer fängt die Bewegungen der Räder beim Überfahren von Unebenheiten ab und gibt sie nur gedämpft und verzögert an die Karosserie weiter. Das macht das Fahren nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer. Das Auto hält wesentlich besser die Spur und bricht beim Fahren nicht so schnell aus.

Wir können es uns heute kaum noch vorstellen, wie unangenehm das Fahren zur Zeit der Kutschen noch gewesen sein muss. Die Straßen waren nicht nur alles andere als glatt und eben wie heute. Auch die Fahrzeuge selbst hatten nur eine rudimentäre Federung. Meist wurde man von den abenteuerlichen Konstruktionen aus Lederriemen und Blattfedern eher seekrank als komfortabel reisen zu können. Für Autos waren die traditionellen Lösungen zur Komfortverbesserung beim Fahren ohnehin zu ausladend. Darum mussten neue Lösungen her. Sie mussten nicht nur kleiner und kompakter sein. Vor allem mussten sie mit den immer schnelleren Autos zurechtkommen.

Blattfedern StoßdämpferZunächst waren die Blattfedern nach wie vor im Einsatz. Sie sind preiswert in der Herstellung und sehr zuverlässig. Aus diesem Grund werden sie für Lieferwagen heute noch häufig an der Hinterachse verbaut. Sie wurden bald durch Öldruck-Stoßdämpfer ergänzt. Damit wurden auch kleinere Unebenheiten aufgefangen.

Schraubfedern StoßdämpferMit dem Wechsel auf die Schraubfedern wurden die Federbeine schließlich so kompakt, wie es für die modernen Fahrzeuge notwendig war. Die Öldruck-Stoßdämpfer werden heute nur noch gelegentlich verwendet. Vor allem die vorderen Gabeln an Motorräder werden noch mit diesem Dämpfertyp ausgestattet.

Gasdruck-StoßdämpferIn Autos sind heute Gasdruck-Stoßdämpfer zum Standard geworden. Ihr Vorteil ist ihre hervorragende Dämpferleistung. Ihr Nachteil ist jedoch, dass sie ein reines Verschleißteil sind, welches regelmäßig ausgewechselt werden muss. Man kann Gasdruck-Stoßdämpfer nicht reparieren.

Defekte Stoßdämpfer erkennen

Ein defekter Stoßdämpfer hat seine dämpfende Wirkung verloren. Das Auto ist dann nur noch durch die Spiralfedern gelagert. Wenn das Auto beim Bremsen stark vorne „einnickt“ und dann spürbar nachfedert, ist praktisch keine Dämpferwirkung mehr vorhanden.
Das kann man auch am stehenden Auto testen: Einfach an jedem Kotflügel einmal kräftig das Auto hinunter drücken und schauen, was passier: Federt das Auto stark nach, ist der Stoßdämpfer kaputt.

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Ein weiterer Hinweis ist ein gluckerndes Geräusch und auslaufendes Öl am Dämpfer. Klappert es während der Fahrt vor allem bei Kurven, sind die Domlager beschädigt. Da zu ihrem Tausch die Stoßdämpfer ebenfalls ausgebaut werden müssen, sollte man sie bei diesem Arbeitsgang gleich mit ersetzen.

Vorsicht Stoßdämpfer ausbauenVorsicht, Lebensgefahr!

Bei den Federbeinen an der Vorderachse wird der Stoßdämpfer durch die Schraubenfeder hindurch geführt. Um ihn ausbauen zu können, muss die Spiralfeder zusammen gepresst werden. Dabei entstehen sehr hohe Spannkräfte. Entspannt die Feder unkontrolliert, kann sie lebensgefährliche Verletzungen verursachen.

Wechseln Sie NIEMALS die Stoßdämpfer ohne geeignetes Werkzeug! Federspannzangen sind schon für wenige Euro im Fachhandel erhältlich. Sie garantieren ein komfortables und sicheres Handling. Jegliche Versuche, beispielsweise mit Draht oder Spanngurten, sind ein enormes Sicherheitsrisiko!

Haftungsausschluss

Dies ist nur eine allgemeine Beschreibung über das Wechseln vom Stoßdämpfer am Auto!
Es stellt keine Anleitung oder Reparaturanweisung dar.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Reparaturen dieser Art die Aufgabe von Fachkräften ist. Wir übernehmen keine Haftung über jegliche Folgeschäden, die aus dem Nachahmen der hier beschriebenen Schritte und Handlungen entstanden sind.

Stoßdämpfer wechseln an der Hinterachse

Stoßdämpfer wechseln an der Hinterachse

An der Hinterachse sind die Stoßdämpfer in der Regel recht einfach zu wechseln. Feder und Dämpfereinheit sind hier meist getrennt voneinander installiert. Man braucht dazu lediglich das Auto so weit aufzubocken, bis die Hinterachse maximal entspannt ist, die Räder also vom Boden gelöst sind. Dann baut man die Räder ab und kann die Stoßdämpfer an den beiden Halteschrauben entfernen. Dies gilt aber nur in dem Fall, in dem keine Komplett-Federbeine an der Hinterachse montiert sind.

Stoßdämpfer wechseln an der Vorderachse

Stoßdämpfer wechseln an der VorderachseAn der Vorderachse sind bei allen Autos in der Regel Federbeine verbaut, bei denen der Dämpfer durch die Spiralfeder geführt wird. Sie auszubauen ist etwas komplizierter.

1. Auto aufbocken

die Radmuttern lösenVor dem Aufbocken: Die Radmuttern lösen

Um sicher an einem Auto arbeiten zu können, muss es auf einem festen Untergrund stehen. Dazu eignen sich die dazu konstruierten Böcke am besten. Kanthölzer, Steine oder sogar nur der Wagenheber sind ein großes Unfallrisiko. Arbeiten Sie immer mit geeignetem Werkzeug.

Das Auto wird immer an den dafür vorgesehenen Punkten angehoben. Falsch angesetzte Wagenheber können schwere Schäden an der Karosserie verursachen.

2. Räder abmontieren

Räder abmontierenDie Radmuttern wurden vor den Aufbocken angelöst. Nun lassen Sie sich leichter heraus drehen.

3. Stoßdämpfer am Rad lösen

Stoßdämpfer am Rad lösenDer Stoßdämper ist mit zwei Schrauben an der Radaufhängung befestigt. Sollten diese Verschraubungen sich nicht gut lösen lassen, kann man mit etwas Kriechöl (z.B. WD-40) nachhelfen.

4. Anbauten lösen

Anbauten lösenDer Bremsschlauch, die Kabelverbindung von der Verschleißanzeige und der ABS-Sensor werden abgelöst und mit Kabelbindern zur Seite gelegt. Um den Bremskreislauf nicht zu trennen, kann man auch die Bremzange lösen und aus dem Weg hängen. Das erleichtert den Ausbau des Stoßdämpfers erheblich.
Die Koppelstange wird ebenfalls an der oberen Befestigung gelöst, ebenso der Achsschenkel. Danach kann man die Bremsscheibe zur Seite klappen und der Stoßdämpfer hängt frei.

5. Domlager lösen

Domlager lösenDer Stoßdämpfer ist jetzt noch mit dem Domlager an der Karosserie verbunden. Bei geöffneter Motorhaube werden die Schutzkappen entfernt. Dann kann die darunter liegende Verschraubung gelöst werden.

6. Fahrwerk erneuern

Federbein zerlegenLiegt kein geeignetes Werkzeug zum Spannen des Federbeins vor, sollte man ggf. das ganze Bauteil austauschen. Federn unterliegen ebenfalls einem Verschleiß. Ein fertig montiertes Federbein aus Schraubfeder und Stoßdämpfer ist wesentlich einfacher zu tauschen. Außerdem erhält man so einen definierten Neuzustand an diesem Punkt des Autos.Fahrwerksfedern in Premiumqualität zu Top-Preisen Wenn aber die Feder weiter verwendet und nur der Stoßdämpfer ausgetauscht werden soll, muss das Federbein zerlegt werden.

Durch das Spannen der Feder wird der Stoßdämpfer zugänglich. Die Federteller werden gelöst, dann kann man die Dämpfereinheit heraus ziehen. Die korrekte Einbaurichtung ist mit einem Pfeil markiert.

WICHTIG: Beim Einbauen von einem neuen Stoßdämpfer darf kein Schlagschrauber eingesetzt werden! Er könnte die Gegenverschraubung wieder lösen. Bleibt dies unbemerkt, kann sich das Federbein während der Fahrt zerlegen und eine gefährliche Fahrsituation verursachen.

Zum Wechsel eines Stoßdämpfers gehört immer auch der Tausch der Domlager.

7. Restarbeiten

Alles wird wieder in umgekehrter Weise zusammen gebaut.

Anschließend wird auch der Stoßdämpfer auf der gegenüber liegenden Seite gewechselt. Man tauscht grundsätzlich alle Bauteile an der Vorderachse paarweise, also auf beiden Seiten. Das gilt für die Bremsen ebenso wie für die Achsschenkel, Kugelgelenke oder Spurstangen. Da diese Bauteile beim Tausch der Stoßdämpfer ohnehin ausgebaut bzw. gelöst werden, sollte man sie vor dem Einbau gründlich inspizieren. Nähern sich die Bauteile der Verschleißgrenze an, ist nun die perfekte Gelegenheit sie vorsorglich ebenfalls zu tauschen.

Einen Blick sollte man auch auf die inneren und äußeren Achsmanschetten werfen. Sind diese rissig oder porös, sind sie ebenfalls reif für den Austausch. Das gilt besonders dann, wenn bereits Fett aus der Manschette austritt. Das ist dann zwar nochmal etwas mehr Arbeit. Dafür hat man für einen geringen Aufpreis eine vollständig wieder hergestellte Vorderachse am Fahrzeug.Achsmanschette verschiedenster Hersteller - Jetzt günstig bestellen Der Tausch der Stoßdämpfer ist ein Eingriff in die Achsgeometrie der Lenkachse. Deshalb muss nach dem Ausbau das Fahrzeug in die Werkstatt, um die Spur neu vermessen zu lassen. Sonst kann es zu einer schlechten Geradeausfahrt und zu einem ungleichmäßigen wie starkem Verschleiß an den Vorderrädern kommen.

Neue StoßdämpferNeue Stoßdämpfer geben Komfort und Sicherheit

Mit frisch getauschten Stoßdämpfern stellt sich wieder die volle Fahrsicherheit ein. Das Auto wird wesentlich kontrollierter und angenehmer zu fahren. Es hält besser die Spur und bricht nicht mehr aus. Spätestens wenn die Dämpfer eingebaut sind, merkt man den Unterschied sofort. Es lohnt sich deshalb in jedem Fall, die Dämpfer seines Autos stets im Auge zu behalten. Eine Kontrolle alle 30.000 – 50.000 Kilometern kann so vor bösen Überraschungen schützen.

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