So tauscht man einen Kühler – Komplettanleitung!

So tauscht man einen Kühler - Komplettanleitung!

Wenn die Temperatur vom Motor ständig über dem idealen Punkt liegt und der Motor permanent die Tendenz hat über zu kochen, sollte man der Ursache schleunigst auf den Grund gehen. Wird dies zu lange vernachlässigt, ist eine durchgebrannte Zylinderkopfdichtung unvermeidbar. Lesen Sie in diesem Ratgeber, wie sie einen Kühler im Motor in den Griff bekommen, bevor es zu spät ist.

Betriebstemperatur ist wichtig

Kühler BetriebstemperaturDamit ein Motor optimal funktioniert muss er sich möglichst schnell auf „Betriebstemperatur“ aufwärmen und diese so konstant wie möglich halten. Der Grund dafür ist das Verhalten von Metallen unter Erwärmung: Alle metallischen Bauteile in einem Motor dehnen sich bei Erwärmung aus. Die Temperaturen, die von der inneren Reibung und natürlich vor allem von der Verbrennungshitze ausgehen, sind sehr hoch.

Eine Ausdehnung aller Bauteile ist deshalb unvermeidlich. Damit der Motor auch im warmen Zustand nicht innerlich verklemmt, haben alle Bauteile im kalten Zustand ein gewisses Spiel zueinander. Dieses Spiel schließt sich bis zum sogenannten „Gleitsitz„, wenn die Bauteile sich bei Betriebstemperatur optimal ausgedehnt haben. Würde der Motor so stark herunter gekühlt, dass die optimale Betriebstemperatur nie erreicht wird, würde der innere Verschleiß stark ansteigen. Damit diese Temperatur schnell erreicht und lange gehalten wird, ist eine optimale und gut geregelte Kühlung des Motors wichtig.

Der Kühlkreislauf eines Autos

Kühlkreislauf des AutosEin Motor mit Flüssigkeitskühlung hat zwei Kühlkreisläufe, die miteinander verbunden sind. Der kleine Kühlkreislauf lässt das Wasser nur innerhalb des Motors und einem kurzen Schlauchweg außerhalb zirkulieren. Er dient dazu, den kalten Motor aus dem Stand möglichst schnell auf Betriebstemperatur aufzuwärmen.
Der große Kühlkreislauf hat den Kühler und ggf. den Ausgleichsbehälter integriert. Die Schnittstelle bzw. das Regelventil zwischen diesen beiden Kühlkreisläufen ist das Thermostat. Man findet es leicht an dem Punkt, an dem drei Schläuche zusammen treffen. Das Thermostat ist ein automatisch regelndes Ventil, welches sich je nach Temperatur im Kühlwasser öffnet oder schließt.

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Die Kühlphasen des Autos sind demzufolge:

Motor kalt → Kleiner Kühlkreislauf aktiv → Motor wird nicht gekühlt
Motor erreicht Betriebstemperatur → Thermostat öffnet sich → Kühler temperiert das Kühlwasser herunter
Motor erreicht oberen Toleranzbereich des Kühlwassers → Lüfter vom Kühler wird angeschaltet
Motor überschreitet Betriebstemperatur → Motorkontrollleuchte geht an
Motor erhitzt sich weiter → Ausgleichsbehälter platzt, Kühlwasserschlauch platzt, Überdruckventil öffnet sich (Abhängig vom Fahrzeugtyp)
Motor wird weiter betrieben → Kolben verklemmen sich in der Laufbuchse, Zylinderkopfdichtung brennt durch, Motor ist zerstört, Auto bleibt stehen

Wenn also die Warnzeichen des Motors zu lange ignoriert werden, wird er sich früher oder später selbst zerstören.

Ursachenforschung bei überhitzendem Motor

Ein überhitzender Motor kann grundsätzlich nur drei Ursachen haben:
Der Motor verliert Kühlmittel
Der Motor hat eine defekte Zirkulation
Die Kühlleistung ist zu gering

Kühlwasserverlust tritt bei Leckagen auf. Diese können nach Außen oder nach Innen auftreten. Äußere Leckagen sind leicht zu finden: Einfach das gesamte Kühlsystem nach undichten Stellen absuchen, das leuchtend eingefärbte Frostschutzmittel verrät die beschädigte Stelle schnell.

Wenn ständig zu wenig Kühlwasser im System ist, es sich aber kein Leck finden lässt, dann ist wahrscheinlich die Zylinderkopfdichtung beschädigt. Diese wird an permanent weißem Auspuffqualm und einem hohen Innendruck im Kühlsystem eindeutig festgestellt. Riecht es hingegen im Innenraum nach dem süßlichen Frostschutzmittel, ist meistens die Innenraumheizung defekt.

Die Zirkulation kann durch ein defektes Thermostat, Verstopfungen im Kühlsystem oder eine defekte Wasserpumpe auftreten. Thermostate können in ihrer Leistung nachlassen. Glücklicherweise sind sie besonders einfach zu tauschen. Ein verstopftes Kühlsystem ist indes schwierig zu diagnostizieren. Hier hilft meistens nur der schrittweise Austausch aller Schläuche und Leitungen. Die Wasserpumpe sollte indes immer gemäß Wartungsplan ausgetauscht werden. Sie ist ein Verschleißteil mit einer recht genau definierten Lebensdauer.

Eine zu geringe Kühlleistung geht meistens auf einen defekten Kühler zurück. Dieser ist recht leicht erkennbar:
Der Kühler ist beschädigt und verbeult
Der Kühler ist stark verrostet
Die Kühllamellen fallen heraus

Hat der Kühler bereits diesen optisch stark angegriffenen Zustand, sollte er schleunigst getauscht werden. Sicherheitshalber wird in dem Zuge auch das Thermostat gewechselt und das Kühlsystem gereinigt.

Den Kühler tauschen

Einen Kühler zu tauschen ist kein Hexenwerk. Auch sind die Ersatzteile längst nicht so teuer, wie man glauben möchte. Sie sind günstig genug, um immer als Neuteil gekauft werden zu können. Notlösungen mit gebrauchten Kühlern vom Schrottplatz sind nicht empfohlen.

1. Wasser ablassen

Kühler Wasser ablassenDer Deckel vom Ausgleichsbehälter oder vom Kühler wird geöffnet. Die Kühlflüssigkeit wird am Kühler abgelassen. An seiner Unterseite befindet sich zu diesem Zweck ein Schraubventil. Das Wasser wird in einem Eimer aufgefangen. Dabei sollte die Kühlflüssigkeit genau begutachtet werden.

2. Wasser begutachten

Ist die Kühlflüssigkeit schmutzig-braun und trüb, ist Öl eingedrungen. Hier ist wahrscheinlich eine defekte Zylinderkopfdichtung oder ein beschädigtes Ventil zu beklagen.
Kühler Wasser begutachtenIst die Kühlflüssigkeit rostrot, war zu wenig Frostschutzmittel enthalten. Die Frostschutzmittel haben auch eine hohe Funktion für den Rostschutz. In diesem Fall wird das Kühlsystem so lange gespült, bis nur noch klares Wasser hindurch läuft. Dazu sollte ruhig ein Gartenschlauch an den Einlauf des Kühlers gehalten werden. Der Rost muss vollständig aus dem System entfernt werden, sonst kann er wieder für Probleme sorgen. Bei Rost im Kühlwasser werden grundsätzlich Wasserpumpe und Thermostat getauscht.

3. Lüfter entfernen

Kühler Lüfter entfernenDer Kühler lässt sich wesentlich leichter ausbauen, wenn der Lüfter vorher entfernt wird. Dieser sitzt mit vier bis acht Schrauben befestigt, direkt am Kühler. Er lässt sich in der Regel leicht ausbauen. Meistens kommt man jedoch an die unteren Schrauben nur heran, wenn man sich unter das Auto legt.

4. Kühler ausbauen

Kühler ausbauenDer Kühler ist meistens ebenfalls nur mit wenigen und gut zugänglichen Schrauben befestigt. Für den Ausbau eines Kühlers ist meistens nicht länger als eine halbe Stunde notwendig. Dabei aber immer darauf achten, die Verankerungen nicht zu beschädigen! Diese lassen sich mitunter nur schwierig wieder reparieren.

5. Neuen Kühler einbauen

Neuen Kühler einbauen Wenn Rost im Kühlsystem vorhanden war, empfiehlt es sich trotz der gründlichen Spülung nochmals mit Kühlsystem-Reiniger eine gründliche Behandlung durchzuführen.

Der neue Kühler wird jetzt eingebaut. Der Lüfter wird montiert und das Kühlsystem wird wieder mit Kühlflüssigkeit gefüllt.
 

Hierbei genau auf das korrekte Mischungsverhältnis achten. Auch sollte immer das korrekte Frostschutzmittel verwendet werden! Die Verwendung von einem falschen Frostschutzmittel kann zur Zerstörung von Dichtungen und Schläuchen führen!

Wenn Kühler und Lüfter eingebaut und das Kühlsystem wieder befüllt ist, muss es entlüftet werden.

6. Kühlsystem entlüften

Kühler austauschen und entlüftenUm das Kühlsystem zu entlüften genügt meistens, den Motor bei geöffnetem Ausgleichsbehälter laufen zu lassen und so langen Wasser nachzuschütten, bis der Pegel konstant bleibt. Je nach Fahrzeug können aber spezielle Maßnahmen erforderlich sein. Hierzu sollte man sich immer spezifisch zum eigenen Typ informieren, wie das Kühlsystem korrekt zu entlüften ist.

7. Kühlsystem testen

Mit einer kleinen Probefahrt wird nun das Kühlsystem getestet. Eine korrekt arbeitende Kühlung erkennt man an einer schnell steigenden Betriebstemperatur, die zuverlässig im optimalen Bereich stoppt. Wenn die Betriebstemperatur erreicht ist, lässt man das Auto so lange im Stand laufen, bis der Lüfter sich zuschaltet. Hierbei aber bitte nicht so lange warten, bis die Zylinderkopfdichtung durchbrennt. Wenn der Lüfter sich nicht einschaltet, wenn der obere Toleranzbereich der Betriebstemperatur erreicht wurde, bitte das Auto ausmachen und abkühlen lassen. Anschließend muss der Lüfter untersucht und wieder instand gesetzt werden.

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Beruhigtes Fahren mit intaktem Kühlsystem

Wasserkühler auto reparierenEin intaktes und frisch überholtes Kühlsystem trägt wesentlich zum beruhigten Fahren bei. Nichts ist ablenkender, als wenn ständig die Betriebstemperatur im Auge behalten werden muss. Hier lohnt es sich, beim Tausch des Kühlers besonders gründlich vorzugehen, um eine dauerhafte Lösung zu erreichen. Eine erneuerte Wasserpumpe, Thermostat und frisches Kühlwasser machen das Auto wieder fit für viele Jahre störungsfreie Fahrt.

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