Räder und Reifen – Niemals an den Autoreifen sparen!

Räder und Reifen - Niemals an den Reifen sparen!

Die Autoreifen sind die Kontaktstelle zwischen Maschine und Straße. Ihnen kommt bei der Fahrsicherheit eine ganz besondere Bedeutung zu. Reifen können aber durchaus ein Kostenfaktor sein. Es ist deshalb stets die Versuchung nahe, an der Bereifung zu sparen. Doch wer hier Kompromisse eingeht, der gefährdet schnell sich und andere. Jedoch können mit ein paar Tipps und Tricks dennoch die Kosten für die Reifen im Rahmen gehalten werden. Lesen Sie in diesem Ratgeber, wie Sie sparsam und sicher fahren können.

Aufbau von einem Reifen

auto reifen aufbauDas Rad von einem PKW besteht aus Felge und Mantel. Bei Neuwagen ab Baujahr 2014 ist außerdem ein Drucksensor zwingend notwendig. Schläuche werden heute in normalen Autoreifen nicht mehr verwendet. Diese kommen nur noch in LKW und in landwirtschaftlichen Reifen zum Einsatz.
Der Reifen selbst besteht aus einem inneren Stahlgeflecht und einer Umhüllung aus Gummi. Das Stahlgeflecht wird „Karkasse“ genannt und gibt dem Ersatzreifen seine Festigkeit. Die Gummihülle, die fest mit der Karkasse verbunden ist, sorgt dafür dass der Autoreifen luftdicht abschließt. An der Flanke ist die Umhüllung aus Gummi nur so dick, dass die Karkasse gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt ist. Auf der Straßenseite ist das Gummi wesentlich dicker. Die Strukturierung dieser dicken Gummischicht, das sogenannte „Profil“, sorgt für die Haftung zwischen Reifen und Straße.

Aufgabe vom Profil

autoreifen bezeichnungJe stärker das Profil strukturiert ist, desto größer wird seine Kontaktfläche zur Straße. Das liegt daran, weil der Autoreifen durch das Gewicht des Autos und die Fahrbewegungen immer leicht auseinander gedrückt wird. Mit der Kontaktfläche steigt die Haftung des Ersatzreifens, jedoch auch sein Rollwiderstand. Das führt wiederum zu einem höheren Kraftstoffverbrauch und zu einem unkomfortableren Fahrgefühl mit stärkeren Vibrationen. Umgekehrt fährt sich ein Auto geschmeidiger, wenn es ein glatteres Profil hat. Aus diesem Grund sind Winterreifen wesentlich stärker profiliert als Sommerreifen. Die stärksten Profile haben deshalb Geländereifen. Auf der Straße sind sie jedoch sehr unkomfortabel und verschleißen schnell.

Die Verschleißgrenze vom Reifen

Verschleißgrenze vom ReifenEin Reifen ist nicht mehr zulässig für den Straßenverkehr, wenn sein Profil eine Stärke von 1,6 Millimeter unterschreitet. Wird diese Grenze festgestellt, ist jedoch nicht „alles in Ordnung“, sondern der Reifen muss umgehend ausgetauscht werden. Ab dieser Profiltiefe geht der Reifen in den definitiv nicht mehr verkehrstauglichen Zustand über. Der ADAC empfiehlt jedoch dringend, bereits ab 4 Millimetern Profiltiefe den Reifen nicht mehr zu verwenden. Gebrauchte Reifen sollten unbedingt eine höhere Profilstärke aufweisen und ein ausreichend junges Alter aufweisen. Dafür gibt es zwar keine gesetzliche Regelung, der ADAC empfiehlt hier aber ein absolutes Höchstalter von sechs Jahren.

Die Verschleißgrenze von Reifen prüfen

Der Verschleiß findet an einem Reifen auf zwei Arten statt:

– Abrieb der Gummihülle und des Profils
– Überalterung

Reifen prüfenDer Abrieb der Gummihülle wird optisch und mir Messgeräten geprüft. Hat die Flanke der Reifen Risse oder tritt an irgend einer Stelle die Karkasse aus, ist der Reifen nicht mehr verkehrssicher. Porosität führt dazu, dass Wasser in die Karkasse eindringen kann, wodurch sie zu rosten beginnt. Ein derart geschwächter Reifen wird früher oder später platzen, was zu lebensgefährlichen Situationen führen kann.
Die Profiltiefe wird entweder mit einem Profiltiefenmesser oder einer Ein-Euro-Münze gesteckt. Deren Rand aus Messing ist genau drei Millimeter breit. Eine ungefähre Verkehrstauglichkeit lässt sich so feststellen.
Gemessen wird genau in der Mitte vom Ersatzreifen. Jedoch Vorsicht: Beim Messen der Profilstärke an der Mitte des Autoreifens muss auch die Seite begutachtet werden. Wenn die Reifen innen oder außen blank sind, ist der Ersatzreifen ebenfalls nicht mehr verkehrstauglich. In diesem Fall liegt jedoch eine Fehlbedienung oder ein Schaden am Fahrzeug vor. Dabei kontrolliert man den Autoreifen auch auf Beschädigungen und Fremdkörper.
Das Höchstalter der Autoreifen kann über die DOT Nummer festgestellt werden. Diese vierstellige Nummer gibt die Kalenderwoche und das Produktionsjahr des Reifens an. Die DOT-Nummer „1915“ bedeutet dementsprechend „Hergestellt 15. Kalenderwoche 2015“
Der Kauf eines Profiltiefenmessers ist stark empfohlen. Diese nützlichen Hilfsmittel sind bereits für sehr wenig Geld im Handel erhältlich.

Reifen richtig verwenden

Um einen Reifen richtig zu verwenden gehört, ihn

– richtig zu montieren
– korrekt zu befüllen
– pfleglich zu behandeln

Reifen richtig verwendenEin häufiger Fehler bei der Montage von Autoreifen ist, die Laufrichtung nicht zu beachten. Der Autoreifen muss immer so montiert werden, dass er bei Vorwärtsfahrt in der korrekten Richtung abrollt. Wird dies nicht beachtet, drohen ein hoher Reifenverschleiß, ein erhöhter Kraftstoffverbrauch und eine Verminderung der Verkehrssicherheit. Die Laufrichtung ist auf der Flanke des Ersatzreifens angegeben. Der Pfeil ist jedoch häufig etwas stilisiert dargestellt, darum muss man wirklich genau hinsehen.

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Geld sparen beim ReifenkaufDer Füllzustand des Reifens ist maßgeblich für den Kraftstoffverbrauch, die Verkehrssicherheit und den Verschleiß verantwortlich. Ein zu schwach gefüllter Reifen verursacht einen hohen Verschleiß und Kraftstoffverbrauch. Außerdem sorgt es für ein „schwammiges“ Fahrgefühl und erschwerte Fahrstabilität. Schleudern und Ausbrechen wird durch einen zu geringen Innendruck begünstigt. Schließlich wird bei einem schwach gefüllten Autoreifen die Karkasse stärker durchgewalkt. Dies kann zu inneren Schäden und zur Aufheizung der Ersatzreifen führen. Im schlimmsten Fall droht ein Reifenbrand.

Reifen Management am AutoEin zu stark gefüllter Reifen macht das Fahren ebenfalls schwierig. Das Auto rutscht leichter, da es eine zu geringe Bodenhaftung hat. Wenn das Auto keine automatische Reifendruck-Kontrolle besitzt, ist eine Prüfung des Luftdrucks spätestens alle zwei Wochen empfohlen. Dies gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug viel bewegt wurde oder nicht. Die Reifen verlieren auch im Stand allmählich Druck.

welche reifen sparen spritDer korrekte Luftdruck ist am Auto vermerkt. Typische Stellen sind die Innenseite vom Tankdeckel oder der Innenrahmen einer der Türen. Er ist außerdem in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs dokumentiert. Manche Tankstellen bieten auch statt der normalen Luftdruck ein teures „Reifengas“ zur Befüllung der Autoreifen an. Das ist jedoch nur teuer und hat keinen nachgewiesenen Nutzen.

Ersatzreifen sollten stets innerhalb ihrer Belastungsgrenze gefahren werden. „Quietschende Reifen“ durch zu starkes Anfahren und abruptes Bremsen verschleißt die Reifen sehr schnell. Seit der flächendeckenden Einführung des ABS ist zwar der „Bremsplatten“ nicht mehr zu befürchten. Jedoch kann eine zu starke positive wie negative Beschleunigung auch bei allen modernen Assistenzsystemen den Verschleiß und den Kraftstoffverbrauch unnötig erhöhen.ATE Bremsbeläge zu absoluten Toppreisen - Jetzt günstiger Tipps zum ReifenDie größten Fehler beim Umgang mit Autoreifen werden beim Einlagern gemacht. Idealerweise gibt man die Reifen deshalb einem Dienstleister, in der Regel die Reifenhändler und angeschlossenen Werkstätten, zur Aufbewahrung. Dies spart viel Arbeit, Platz und kostet nicht viel.
 
 
 

Geld sparen beim Reifenkauf

Gebrauchte Reifen richtig wählenEs spricht grundsätzlich nichts dagegen, sein Auto mit gebrauchten Reifen aufzurüsten. Solange das Reifenalter, die Profilstärke ausreichend sind und der Reifen ansonsten unbeschädigt ist, braucht man bei gebrauchten Autoreifen nichts zu befürchten.
 
 
Alternativ zu gebrauchten Autoreifen bietet der Handel auch runderneuerte Pneus an. Bei diesen wird auf die alte Profilschicht eine neues Profil aufvulkanisiert. Die heute verfügbaren Verfahren machen diesen Prozess sehr sicher. Bei normal motorisierten PKW sind runderneuerte Ersatzreifen deshalb gefahrlos einsetzbar. Lediglich bei sehr schnellen Sportwagen sollte auf diese Lösung verzichtet werden, da runderneuerte Reifen in der Regel eine Geschwindigkeitsbegrenzung besitzen.

Ein teurer Markenreifen bedeutet nicht zwangsläufig, auch einen guten Autoreifen zu kaufen. Darum ist es empfehlenswert, vor dem Reifenkauf nach Tests zu suchen. Preiswerte No-Name Reifen sind häufig genau so gut wie teure Markenpneus.

Reifen-Management am Auto

Reifen korrekt befüllenAutoreifen nutzen sich an der Vorderachse stärker ab als an der Hinterachse. Dies liegt daran, weil ein Auto durch das Gewicht des Motors vorne schwerer ist als hinten. Lange Zeit galt die Meinung, die Reifen beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen achsweise auszutauschen. Es sollte so eine gleichmäßige Abnutzung erreicht werden, um möglichst wirtschaftlich zu fahren. Doch das ist ein Trugschluss:

Die „wichtigeren“ Ersatzreifen befinden sich an der Hinterachse. Sie halten das Auto in der Spur und verhindern ein seitliches Ausbrechen. Deshalb sollte die „bessere“ Bereifung stets auf der Hinterachse sein. Die Reifen sollten an der Vorderachse deshalb stets bis kurz vor der Verschleißgrenze verwendet werden. Erst dann kommen die Ersatzreifen der Hinterachse nach vorne und die Hinterachse erhält eine Neubereifung. Dies ist ebenso wirtschaftlich. Außerdem ist die Neubereifung so günstiger. Wenn das vorhandene Profil nicht mehr erhältlich ist, ist das weniger schlimm: Achsweise darf ein Auto eine unterschiedliche Bereifung haben, solange die Saisons nicht vertauscht werden. Eine Mischbereifung aus Sommer- und Winterreifen ist nicht zulässig.

 

Foto: ssuaphotos, Ivan Baranov, Joshua Resnick, Nor Gal, Corepics VOF, red mango, 24Novembers, Pakpoom Phummee, Patrick Thomas, mookjera, chartphoto, AWesleyFloyd / shutterstock.com

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