Unterschiedliche Reifengrößen oder -marken pro Achse sind in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt. Auf derselben Achse müssen Reifen identische Eigenschaften wie Größe, Geschwindigkeitsindex, Tragfähigkeitsindex und Profiltiefe aufweisen. Eine Mischbereifung zwischen Vorder- und Hinterachse ist jedoch unter bestimmten Voraussetzungen möglich, wenn die Reifen für das jeweilige Fahrzeug freigegeben sind.
Wie viel kostet es in der Werkstatt?
Der Reifenwechsel in einer Fachwerkstatt kostet zwischen 40 und 80 Euro pro Satz. Zusätzlich können Kosten für das Auswuchten (15-25 Euro pro Rad) und eine Achsvermessung (80-120 Euro) anfallen. Bei einer kompletten Neubereifung sollten Sie mit 200-400 Euro rechnen, abhängig von der Reifengröße und dem gewählten Hersteller.
Benötigte Teile und Werkzeuge
Für den fachgerechten Reifenwechsel benötigen Sie folgende Komponenten:
Benötigte Teile:
- Fahrzeugspezifische Autoreifen
- Neue Radschrauben (bei Bedarf)
- Ventilkappen und Auswuchtgewichte
Erforderliche Werkzeuge:
- Wagenheber
- Drehmomentschlüssel
- Radkreuz oder Schlagschrauber
- Unterstellböcke für Sicherheit
- Kompressor oder Druckluft
Benötigte Zeit: 45-60 Minuten pro Achse
Wichtiger Hinweis: Stellen Sie sicher, dass die gewählten Reifen in Ihren Fahrzeugpapieren eingetragen sind oder eine entsprechende ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) besitzen.
Sicherheitsvorkehrungen
Beim Reifenwechsel sind folgende Sicherheitsmaßnahmen zu beachten:
- Arbeiten Sie auf ebenem, festem Untergrund
- Ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie einen Gang ein
- Verwenden Sie immer Unterstellböcke zusätzlich zum Wagenheber
- Tragen Sie Sicherheitshandschuhe und feste Schuhe
- Prüfen Sie vor der Montage den Zustand der Radnabe
Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1: Vorbereitung und Fahrzeug sichern
Parken Sie das Fahrzeug auf einer ebenen Fläche und ziehen Sie die Handbremse an. Lösen Sie die Radschrauben leicht an, bevor Sie das Fahrzeug anheben. Setzen Sie den Wagenheber am vorgesehenen Punkt an und heben Sie das Fahrzeug an.
Schritt 2: Rad demontieren
Entfernen Sie die gelösten Radschrauben vollständig und ziehen Sie das Rad vorsichtig ab. Reinigen Sie die Radnabe und prüfen Sie diese auf Beschädigungen oder Verschleiß.
Schritt 3: Neuen Reifen montieren
Setzen Sie den neuen Reifen auf die Radnabe auf. Achten Sie dabei auf die korrekte Laufrichtung bei gerichteten Reifen. Setzen Sie die Radschrauben handfest ein.
Schritt 4: Radschrauben festziehen
Ziehen Sie die Radschrauben kreuzweise mit einem Drehmomentschlüssel auf das vom Hersteller vorgegebene Anzugsdrehmoment an. Dieses finden Sie in der Betriebsanleitung oder den Fahrzeugpapieren.
Schritt 5: Fahrzeug absenken und Kontrolle
Senken Sie das Fahrzeug ab und kontrollieren Sie nochmals das Anzugsdrehmoment. Prüfen Sie den Reifendruck und stellen Sie diesen gegebenenfalls ein.
Häufige Fehler vermeiden
Diese typischen Fehler sollten Sie beim Reifenwechsel unbedingt vermeiden:
- Falsches Anzugsdrehmoment: Zu fest oder zu locker angezogene Radschrauben können gefährlich werden
- Ignorieren der Laufrichtung: Gerichtete Reifen müssen korrekt montiert werden
- Ungleiche Reifengrößen: Auf einer Achse müssen identische Reifen montiert sein
- Vernachlässigung der Radnabe: Eine verschmutzte oder beschädigte Radnabe kann zu Problemen führen
Profi-Tipp: Verwenden Sie immer einen kalibrierten Drehmomentschlüssel und prüfen Sie das Anzugsdrehmoment nach den ersten 50 Kilometern erneut.
Wann sollten Reifen gewechselt werden?
Der Zeitpunkt für einen Reifenwechsel richtet sich nach verschiedenen Faktoren:
- Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm, empfohlen werden 3 mm
- Alter der Reifen: Nach 6-8 Jahren sollten Reifen erneuert werden
- Sichtbare Schäden: Risse, Beulen oder ungleichmäßiger Verschleiß
- Saisonwechsel: Zwischen Sommer- und Winterreifen oder auf Ganzjahresreifen
Bei diesen Anzeichen sollten Sie nicht zögern und die Reifen umgehend wechseln lassen.
Verwandte Wartungsarbeiten
Beim Reifenwechsel können Sie gleichzeitig weitere Wartungsarbeiten durchführen:
- Prüfung der Bremsscheiben und Bremsbeläge
- Kontrolle der Radlager
- Sichtprüfung der Stoßdämpfer
- Kontrolle der Spurstangenköpfe
Diese Kombination spart Zeit und Geld bei der Fahrzeugwartung.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich verschiedene Reifenmarken auf einer Achse fahren?
Nein, auf einer Achse müssen Reifen derselben Marke, Größe und Bauart montiert sein. Unterschiedliche Marken haben verschiedene Fahreigenschaften.
Sind unterschiedliche Reifengrößen zwischen Vorder- und Hinterachse erlaubt?
Ja, wenn beide Größen in den Fahrzeugpapieren eingetragen sind oder eine gültige ABE vorliegt. Viele Sportwagen haben serienmäßig unterschiedliche Reifendimensionen.
Kann ich Sommer- und Winterreifen mischen?
Nein, das Mischen von Sommer- und Winterreifen ist nicht erlaubt. Bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen würde das Fahrverhalten unberechenbar.
Was passiert bei falscher Reifenkombination?
Falsche Reifenkombinationen können zu Fahrzeuginstabilität, erhöhtem Verschleiß und Problemen mit ESP und ABS führen. Zudem erlischt der Versicherungsschutz.
Wie erkenne ich die zulässigen Reifengrößen für mein Fahrzeug?
Die zulässigen Reifengrößen finden Sie im Fahrzeugschein unter Punkt 15.1 und 15.2 oder in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs eingetragen.
Die richtige Reifenkombination ist entscheidend für Ihre Sicherheit und die optimale Performance Ihres Fahrzeugs. Bei Unsicherheiten bezüglich der zulässigen Kombinationen sollten Sie immer einen Fachmann konsultieren. Mit den passenden Qualitätsreifen und der korrekten Montage gewährleisten Sie maximale Fahrsicherheit und optimale Fahreigenschaften.










