Dachbox – Praktisches Upgrade für PKW!

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Dachbox - Praktisches Upgrade für PKW

Die Dachboxen wurden erfunden, um Skiausrüstung in kleinen PKW transportieren zu können. Sie ist seit ca. 25 Jahren vor allem in der Wintersaison ein häufig verwendetes Feature. Doch Fehler bei der Montage und der Beladung von Dachboxen haben bereits zu zahlreichen Unfällen geführt. Lesen Sie in diesem Text, worauf Sie bei der Verwendung von Dachboxen achten müssen.

Die Dachbox für sperrige Güter

Dachbox für PkwUm die Transportkapazität eines PKW zu erhöhen war lange Zeit nur der Anhänger verfügbar. Dieser bringt aber eine ganze Reihe von Nachteilen mit sich: Das Fahrverhalten vom Fahrzeug ändert sich erheblich und das Rangieren, vor allem das Rückwärtsfahren, wird wesentlich erschwert.

dachbox VorteileDie Dachbox wurde erfunden, um auch normale PKWs für den Transport von leichten aber sperrigen Güter tauglich zu machen. Ursprünglich kam dieser Bedarf bei der Skiausrüstung auf. Selbst Kombis hatten mit den sperrigen Skiern und empfindlichen Skistöcken ihre Probleme, sie in den vollgepackten Zustand unbeschädigt bis zum Urlaubsort zu bringen. Inzwischen sind die Dachboxen aber allgemein sehr beliebt geworden, wenn es um den Transport von langen Gegenständen geht.

Eine Zielgruppe für dieses Produkt sind beispielsweise auch Kameraleute und Fotografen: Die Stative für Kameras, Beleuchtungen und Hintergründe sind in den Dachboxen besonders bequem zu transportieren. Jedoch gilt es, bei der Montage und dem Beladen von Dachboxen wichtige Regeln einzuhalten. Sonst wird das Fahren mit der Dachbox schnell unwirtschaftlich oder sogar gefährlich. Lesen Sie in diesem Ratgeber alles, was Sie über das Installieren und Beladen einer Dachbox wissen müssen.

Aufbau von einer Dachbox

Ein Dachbox besteht aus einer aerodynamisch optimierten Kiste aus Kunststoff. Dieses Material ist für die Dachboxen zum Standard geworden, weil es leicht, günstig und wasserdicht ist. Dachboxen sind einschalig aufgebaut. Die Oberschale umschließt die Unterschale so, dass sie auch bei hohen Geschwindigkeiten wasserdicht abschließt.

dachbox aufbauSie ist auf einer Seite mit robusten Scharnieren, auf der anderen Seite mit einem zuverlässigen Schließmechanismus ausgestattet. Damit wird gewährleistet, dass sich die Dachbox während der Fahrt nicht öffnet. Die Dachbox wird mit speziell zugeschnittenen Halterungen am Dachgepäckträger befestigt. Es ist äußerst wichtig, dass ausschließlich die zum Fahrzeug passenden Dachgepäckträger verwendet werden.

Die früher üblichen Dachgepäckträger, welche an der Regenrinne vom Dach des Autos befestigt werden, sind für Dachboxen absolut ungeeignet. Der von einer Dachbox im Fahrtwind erzeugte Aufwind ist zu stark, als dass ein Universal-Dachgepäckträger dem auf Dauer standhalten könnte. Die für die Fahrzeuge zugeschnittenen Dachgepäckträger werden an eigens dafür vorgesehenen Befestigungspunkten in die tragende Dachstatik des Autos versenkt und so zuverlässig verankert. Erst mit dieser Lösung kann die Dachbox sicher fixiert werden.

Richtige Montage für sicheres und wirtschaftliches Fahren

Dachbox richtige MontageBei der Montage der Dachbox sind zwei Dinge wichtig: Das zugehörige Montageset muss vollständig und beschädigungsfrei sein. Zeigen sich an der Dachbox oder an den Trägern bereits Risse, kann das System nicht mehr verwendet werden. Ein Riss setzt sich unter Last zwangsläufig fort und führt früher oder später zu einem Abriss. Das hat eine gefährliche Fahrsituation für sich und andere Verkehrsteilnehmer zur Folge. Auch wenn es nur zu einem Blechschaden führt: Eine empfindliche Strafe wegen fahrlässigen Verwendung einer beschädigten Dachbox wird sich dann nicht vermeiden lassen.

Die Dachbox wird exakt nach Angaben der Hersteller an dem Dachgepäckträger befestigt. Manche Hersteller schreiben sogar Anzugmomente für die Verschraubungen vor. Diese müssen eingehalten werden. Es passt zudem nicht jede Dachbox auf jedes Fahrzeug. Eine gründliche Beratung und Recherche vor dem Kauf ist deshalb unverzichtbar.

Dachgepäckträger montierenFür ein wirtschaftliches Fahren mit der Dachbox ist es zudem sehr wichtig, dass die Box absolut gerade auf dem Gepäckträger montiert wird. Je schiefer sie sitzt, desto höher wird der Luftwiderstand des Fahrzeugs. Mit einer Dachbox muss man ohnehin mit ca. 20% Mehrverbrauch am Kraftstoff rechnen. Durch eine absolut gerade Montage der Dachbox wird dieser Wert dann aber nicht noch zusätzlich überschritten.

Vor der Montage der Dachbox sollten auch die Scharniere und Schlösser überprüft werden. Bei billigen Produkten neigen diese ebenfalls zum ausleiern. Die Windkräfte, welche an einer Dachbox zerren sind höher, als man denkt. Darum: Vor der Montage überprüfen, ob die Scharniere die beiden Hälften sauber aufeinander führen und ob das Schloss zuverlässig schließt.

Natürlich muss eine Dachbox abschließbar sein, sonst haben Langfinger ein leichtes Spiel. Markenhersteller statten ihre Produkte meist mit wesentlich hochwertigeren Schlössern aus, als Billigprodukte sie bekommen.

Bei aller korrekten Montage und Wahl eines hochwertigen Produkts: Es schadet nichts, die Box zusätzlich mit zwei Spanngurten zu sichern. Hier eignen sich die praktischen Zurrgurte mit integrierter Ratsche besonders. Doch Vorsicht – diese Gurte können zwar eine hohe Spannkraft aufbringen, man kann es bei den Kunststoffboxen auch schnell übertreiben. Ein Zurrgurt mit Ratsche wird nicht fest gezogen, bis nichts mehr geht. Ein handfestes Anziehen, welches die Box aber noch nicht verzieht, reicht völlig aus. Bei den Zurrgurten muss anschließend das überstehende Ende sicher verstaut werden. Es kann sich sonst lösen und flattert dann unkontrolliert im Wind herum.

Enorme Preisunterschiede

Preisunterschiede der DachboxBeim Vergleich der Dachboxen fällt auf, dass die Preise weit auseinander gehen. Markenhersteller wie Thule oder Kamei verlangen häufig mehr als das Dreifache als was eher unbekannte Hersteller für ihre Dachbox veranschlagen. Hier sollte man aber der Sicherheit eines Markenherstellers den Vorzug geben: Ein billiges Produkt hält nicht nur weniger lange. Es kann zudem bei Montagekomfort und Sicherheit nicht mit den Produkten eines hochwertigen Anbieters mithalten. Sich während der Fahrt öffnende Boxen, mangelnde Stabilität in den Scharnieren und Schlössern oder sich vollkommen verklemmende Produkte die sich nur mit zerstörender Gewalt öffnen lassen sind bei den Dachboxen für unter 150 Euro normal.

Ein Markenprodukt kostet zwar in der Regel mehr als 500 Euro. Man merkt die deutlich bessere Qualität jedoch schon beim Anfassen. Beruhigend dickes Material, ordentliche Schlösser und Scharniere und zudem ein narrensicheres Befestigungssystem machen aus einer Marken-Dachbox eine langfristige Investition. Einmal gekauft, muss man sich nur noch Gedanken über die richtige Beladung machen.

Mit Sicherheit richtig beladen

Dachbox mit Sicherheit richtig beladenEine Dachbox ist nur für leichte Güter geeignet. Es ist weniger ihre eigene Stabilität als ihre ungünstige Lage, die sie für schwere Güter nicht brauchbar macht: Je schwerer sie beladen wird, desto höher wandert der Schwerpunkt im Auto. Früher oder später merkt man das Gewicht, dass in jeder Kurve das Auto nach außen zerren will. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden. Darum: In eine Dachbox gehört nur das, was sich nicht sinnvoll im Kofferraum unterbringen lässt. Lange, sperrige und leichte Güter sind ideal für die Dachbox. Doch auch andere Gegenstände lassen sich gut in ihr unterbringen, solange sie nicht zu schwer sind. Problemlos sind beispielsweise:

  • Decken
  • Kissen
  • Schlafsäcke
  • Luftmatratzen und Isomatten
  • Küchentücher, Windelpacks und Klopapier
  • Zelte
  • Gartenwerkzeug

Weniger gut geeignet sind

  • Getränkekisten
  • Maschinen
  • Gasflaschen
  • Paletten mit Konserven
  • Zementsäcke und Steine
  • Reifen und Räder

Als Faustregel kann man sich merken: Alles was leicht und lang ist, darf in die Dachbox. Alles, was schwer ist, sollte im Kofferraum transportiert werden.Kofferraum-Gasfeder für Ihr Auto - Hier zu günstigen PreisenBeim Beladen ist es zudem wichtig, dass sich die mitgeführten Gepäckstücke in der Dachbox nicht bewegen können. Herum kullernde Gegenstände können nicht nur selbst kaputt gehen. Sie können auch die Dachbox beschädigen oder sogar öffnen. Darum: Die Dachbox immer so vollpacken, dass alles an seinem Platz bleibt. Zum Stopfen eignen sich Kissen, Decken oder Küchenrollen besonders gut.

Eigengewicht und Volumen mitrechnen

Eigengewicht der DachboxErstaunlicherweise sind die Markenprodukte nicht nur stabiler als die Billig-Dachboxen. Sie sind meistens auch leichter. Das ist vor allem für die Zuladung sehr wichtig: Dachboxen dürfen in der Regel nur mit maximal 50kg belastet werden. Fünf Kilogramm Unterschied machen dann schon eine Mehrladung von 10% aus. Viel hilft eben nicht immer viel – das gilt auch für das Volumen. Die meisten Dachboxen haben einen Laderaum von ca. 320-380 Litern. Manche Hersteller werben auch mit Ladevolumen von über 500 Litern. Dieses Volumen geht dann aber meist zu Lasten der Aerodynamik. Ein Mehrverbrauch ist dann meist die Folge. Die Dachbox sollte deshalb stets zu dem passen, was wirklich benötigt wird. So bleibt die Fahrt mit dem Zusatzraum auch wirtschaftlich.

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