Folieren oder Lackieren? Frische Farbe – frisches Auto: Alles über Lack und Folie!

Folieren oder Lackieren? Frische Farbe - frisches Auto: Alles über Lack und Folie!

Nichts wertet ein Auto mehr auf, als eine ansprechende Farbgebung. Ein in frischem Lack glänzendes Auto macht einen deutlich wertigeren Eindruck, als wenn es stumpf, zerkratzt, verbeult und angerostet da steht. Doch das traditionelle Handwerk des Autolackierens hat eine starke Konkurrenz bekommen: Die Autofolie. Lesen Sie in diesem Text alles, was Sie über das Folieren oder Lackieren von Autos wissen müssen.

Neuer Lack für alte Autos – der traditionelle Weg

Ein Auto neu zu lackieren ist nach wie vor der übliche Weg, um eine unrettbare Beschichtung wieder auf Vordermann zu bringen.
alte Auto lackierenDas wird spätestens dann nötig, wenn mit Reinigen und Polieren nichts mehr zu erreichen ist: Gespachtelte Rostlöcher oder Beulen, tief ausgebleichter und vernarbter Lack oder bis aufs Blech durchgehende Kratzer können mit kosmetischen Maßnahmen nicht mehr repariert werden. Hier hilft nur noch eine teilweise oder komplette Lackierung.

  • Teillackierung des AutosDie Teillackierung von gespachtelten Radläufen oder anderen, kleineren Karosserieelementen ist gar nicht so schwer. Mit einer gewissenhaften Vorbereitung und etwas Übung kommt hier auch ein Laie zu annehmbaren Ergebnissen. Jedoch muss man sich darüber im klaren sein: Im Do-it-Yourself-Verfahren wird man nie mehr als eine „zeitwertgerechte Reparatur“ erreichen.
  • Komplettlackierung des AutosAnders sieht es da bei einer Komplettlackierung aus. Hier ist nicht nur ein teures Equipment notwendig, wie beispielsweise eine Lackierhalle mit Brennern. Auch muss der Lackierer selbst ein Mann vom Fach sein, wenn das Ergebnis einwandfrei werden soll. Das macht eine komplette Lackierung eines Autos entsprechend teuer. Mit 3000 Euro muss man heute mindestens für eine professionelle Lackierung rechnen.

Car Wrapping – die Alternative zum Lackieren

das Auto folierenDas Folieren eines Autos wird fachmännisch als „Car Wrapping“ bezeichnet. Dabei wird das Auto stückweise mit einer Spezialfolie beklebt. Diese Folie wird mit Hilfe eines Heißluftföns elastisch gemacht, so dass sie auch bei komplexen Geometrien an jeder Ecke zuverlässig haftet. Das Car Wrapping klingt zwar recht einfach. Es ist jedoch ebenso eine zu erlernendes Handwerk, wie es das Lackieren ist.

Dennoch bietet das Car Wrapping eine Menge Vorteile:

– Unbegrenzte Auswahl an Farben und Designs
– Extrem guter Lackschutz
– Wesentlich schneller und preiswerter als Lackieren
– Individuelle Designs möglich
– Farbeffekte durchführbar, die mit Lackieren unmöglich sind

Grob über den Daumen gepeilt, kann man beim Wrapping mit ca. 30 – 50% der Kosten für eine professionelle Lackierung rechnen. Das Ergebnis ist in der Regel erstaunlich: Wo eben noch ein bemitleidenswerter Gebrauchtwagen stand, da kann nach der Folierung ein atemberaubender Flitzer mit spektakulären Effekten stehen.

So ist eine Flip-Flop-Gestaltung auch als Folie heute verfügbar, die in der Lackierung fast unbezahlbar ist. Sogar eine individuelle Gestaltung mit Folie ist möglich: Das Muster wird direkt auf die Rolle aufgedruckt – zu einem Bruchteil des Preises, den es beim Lackierer kosten würde.

Selbst folieren?

Viele Ratgeber empfehlen, beim Folieren lieber grundsätzlich einen Fachmann aufzusuchen. Wir sagen: Probieren geht über studieren. Der Vorteil beim Folieren ist, dass man nicht viel falsch machen kann. Wenn es daneben geht, kann man immer noch den Profi aufsuchen.

Auto komplett folierenDas ist beim Lackieren nicht ganz so einfach möglich: Wenn hier die Nasen gelaufen sind, dann wird die Reparaturlackierung umso teurer.

Vor dem Selbst Folieren sollte jedoch zunächst alles an Information und Tutorials gesucht und angesehen werden, was sich finden lässt. Zum Folieren ist einiges an Werkzeug notwendig, welches aber nicht allzu teuer ist.

Auch ist die Lackfolie für das Auto recht preiswert: Eine Rolle hochwertiger Markenfolie kostet gerade einmal ca. 20 Euro. Dafür kann man es wirklich selbst einmal ausprobieren. Das Wichtigste, welches für das Folieren von Autos gebraucht wird sind Geduld, eine ruhige Hand, Frustratrionstoleranz und Lust am Ergebnis.

Wann sollte man folieren?

Im Grunde ist es immer sinnvoll, das Auto komplett mit einer Schutzhülle zu versehen. So bleibt der darunter befindliche Lack tadellos in Ordnung.

  • Das macht das Folieren von Leasing-Fahrzeuge zu einem echten Sparfaktor: Bei Rückgabe wird die Schutzfolie abgezogen und dem Händler ein makelloses Fahrzeug übergeben – so kann man schnell das dreifache von den Kosten für die Folierung wieder heraus holen.
  • Transporter folierenDieser Schritt ist besonders bei Transportern empfohlen: Ducato, Sprinter und Co werden von den Herstellern geradezu sträflich nachlässig lackiert. Ein allzu schneller Rostansatz ist deshalb bei diesen stark strapazierten Fahrzeugen eine Folge davon. Mit einer Schutzfolie versehen kann dem Zeitpunkt der Rückgabe deutlich gelassener entgegen gesehen werden. Wo sich andere Lieferbusse schon auf dem Weg nach Afrika befinden, da kann ein folierter Transporter noch viele Jahre im Einsatz bleiben.

Auto Lackieren VorteileAnsonsten ist die Folierung ein schneller Weg, um eine besonders extravagante Farbgebung auf das Auto zu bekommen. Leidenschaftliche Autoliebhaber haben damit einen preiswerten Weg, um wirklich das Beste aus ihrem Fahrzeug heraus zu holen.

  • Jedoch gibt es beim Folieren zwei Wermutstropfen: Die Folie ist sehr empfindlich bei der Reinigung. Mal eben durch eine x-beliebige Waschstraße zu fahren kann die ganze Arbeit zunichte machen. Denn Kratzer lassen sich aus einer Folie nicht heraus polieren.
  • Hier ist der Lack eindeutig im Vorteil: gewrappte Autos sollten daher stets von Hand gewaschen werden. Ganz wichtig ist es, das Auto sofort nach dem Waschen mit einem Mikrofasertuch abzutrocknen. In der prallen Sonne wirken die Wassertropfen wie Brenngläser, welche die Folie und den darunter liegenden Kleber beschädigen. Der zweite Nachteil der Autofolie ist ihre begrenzte Haltbarkeit. Nach spätestens sieben Jahren lässt der Klebstoff nach und die Umhüllung beginnt abzublättern. Dann heißt es neu folieren.

Ergänzung – aber kein Ersatz

Das Car Wrapping ist eine interessante Ergänzung zum Lackieren. Jedoch ist es kein vollwertiger Ersatz. Eine Folierung kann zwar den Wert eines Neuwagens besser erhalten. Sie kann jedoch den Wert eines Gebrauchtwagens nicht im gleichen Maße steigern, wie eine neue, professionelle Lackierung.

Gebrauchtwagen professionel aufhübschenDie Empfehlung liegt daher wie so oft, irgendwo in der Mitte: Lackierung und Folierung können sich bei älteren Gebrauchtwagen in idealer Weise ergänzen. Bleche werden durch eine professionelle Lackierung wieder schön und wertig. Stark strapazierte Kunststoffteile wie Außenspiegel oder Stoßfänger werden durch eine Folierung schnell und preiswert geschützt.

Eine spezielle Steinschlag-Folie an der Fahrzeugfront kann zusätzlich dazu beitragen, den wertvollen Lack zu erhalten. Es kommt eben wie so oft darauf an, was man erreichen will. Folierung und Lackierung sind zwei Wege zur farblichen Aufwertung eines Fahrzeugs, die weniger konkurrierend als ergänzend zueinander stehen.

Foto: Faruk Akcay, loraks, Pretty Vectors, Africa Studio, zoulgraphic, hedgehog94, kevin leah / shutterstock.com

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