Zündkerzen selber wechseln – Anleitung, Tipps und Tricks

Wenn der Motor nicht mehr so richtig rund laufen will und häufig stottert, sollte der erste Blick zu den Zündkerzen wandern. Dieses typische Verschleißteil, das leicht im Motorraum auszumachen ist, verursacht häufig solche Symptome, wenn das Ende der Lebensdauer erreicht ist. Ein Wechsel ist allerdings nicht immer notwendig. Manchmal reicht bereits eine Reinigung. Wie das geht, woran man „ausgebrannte“ Zündkerzen erkennt und wie der Wechsel vonstattengeht, das erklären wir Ihnen in dieser Anleitung.

1. Die Aufgabe der Zündkerze im Fahrzeug
2. Zündkerzen reinigen und nachjustieren
3. Welche Zündkerze ist die Richtige
4. Schritt für Schritt: Der Wechsel der Zündkerzen
5. Häufige Fehler und Lösungen

Die Aufgabe der Zündkerze im Fahrzeug

zündkerzenbild

Anders als bei Dieselmotoren reicht die Temperatur bei Ottomotoren nicht aus, um das Benzin-Luft-Gemisch zur Zündung zu bringen. Man spricht hierbei auch von der Fremdzündung. Für eben jene Fremdzündung ist die Zündkerze verantwortlich. Pro Zylinder befindet sich meist eine, selten auch zwei Zündkerzen im Motorraum. Sie geben im richtigen Moment einen kleinen Zündfunken ab, der für die Explosion sorgt, die schließlich den Motor antreibt. Moderne Zündkerzen müssen in einer Minute gleich mehrere Tausend Mal einen Zündfunken abgeben.
Das größte Zündkerzen-Sortiment jetzt um 50 % günstigerzündkerzen testIst die Zündkerze verschlissen, sind typische Symptome sowohl komplette Zündaussetzer, die zu einem insgesamt sehr unruhigen Lauf führen und der komplette Verlust des Zylinders, der ein heftiges Ruckeln mitbringt. Zwar geben die Hersteller eine empfohlene Kilometerleistung für ihre Zündkerzen an, es gibt jedoch keinen vorgeschriebenen Wechselintervall. Um festzustellen, ob sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, muss sie zunächst entfernt werden. Finden sich auf der Elektrode schwarze Ablagerungen oder ist der Spalt zwischen den beiden Elektroden zu klein, sollte gewechselt werden. Es gibt spezielle Zündkerzenlehren, mit denen der Abstand auf einen Zehntelmillimeter genau bestimmt werden kann. Kein Wechsel ist nötig, wenn die Verfärbungen rehbraun bis dunkelbraun sind. In diesem Fall kann die Zündkerze gereinigt und nachjustiert werden.
Zündkerzen reinigen

Zündkerzen reinigen und nachjustieren

zündkerzen prüfenLeicht rußige, braune Ablagerungen und ein zu hoher Abstand zwischen den Elektroden können schnell zu Symptomen führen, die auf einen Defekt der Zündkerzen hinweisen.

In einem solchen Fall ist aber kein Wechsel erforderlich. Viel eher sollte man die Zündkerzen in diesem Fall ordentlich reinigen und nachjustieren. Dabei geht man folgendermaßen vor:

Schritt 1: Bauen Sie alle Zündkerzen aus und merken Sie sich zu welchem Zylinder sie gehören.
Schritt 2: Nutzen Sie eine Messing-Drahtbürste, um sie vom groben Ruß und Dreck zu befreien. Gegebenenfalls können Sie mit einem nebelfeuchten Lappen Schmutzrückstände auch vom Gehäuse entfernen.
Schritt 3: Mit der Zündkerzenlehre können Sie den Elektrodenabstand überprüfen, indem sie den abgeflachten Rand dazwischen schieben. Sollte dieser mehr als üblicherweise 0,6 mm (Herstellerangaben beachten!) betragen, müssen Sie die die metallene Massenelektrode durch leichtes Klopfen der Zündkerze auf den Motorblock nachjustieren. Ist dieser wieder in Ordnung, sollten nach anschließender Reinigung der Gewinde mit der Drahtbürste die Zündkerzen wieder eingesetzt werden. Eine Anleitung hierfür finden Sie weiter unten.
Schritt 4: Ab einer Temperatur von 400°C ist es der Zündkerze möglich, Ablagerungen selbst weg zu brennen. Auf Kurstrecken wird diese Temperatur nie erreicht, weswegen es nach der Reinigung und Nachjustierung sinnvoll ist, mindestens 30 Minuten über die Autobahn zu fahren. Hierbei können Sie auch etwaige Fehler beim Einbau bemerken.

Welche Zündkerze ist die Richtige?

zündkerzen defektAlle Aspekte der Zündkerze müssen zusammenpassen, damit diese ihre Arbeit im Auto ordentlich verrichten kann. Dazu gehören die verwendeten Materialien, der Steigungswinkel der Gewinde, die Länge, Breite und ihre Merkmale wie Hitzeresistenz oder Zündgeschwindigkeit. Häufig finden Sie im Fahrzeughandbuch eine Reihe empfohlener Zündkerzen. Ansonsten verfügen die Händler über Zündkerzentabellen. Auch im Internet lassen sich die richtigen Produkte anhand der Fahrzeug bzw. Modellnummer herausfinden.

Im Allgemeinen gilt:

Eisen-Nickel-Chrom-Legierungen sind am günstigsten, verfügen aber über die geringste Haltbarkeit. Wer langlebige Zündkerzen sucht, sollte auf Silber, Platin oder gar Iridium ausweichen. Preislich lohnt sich das vor allem für Vielfahrer.
Zündkerzen mit mehreren Masseelektroden sind gut, weil es für den Strom einen Ausweichpfad gibt, wenn eine Elektrode mal durch Ablagerungen blockiert ist. Die Zündkerze fällt nicht so schnell aus und hält deutlich länger. Natürlich macht sich das auch im Preis bemerkbar.
– Wer seinen Motor mit Gas (LPG, CNG) betreibt, braucht auch entsprechende Zündkerzen. Hier die Angaben des Herstellers beachten oder sich im Internet bei ADAC, TÜV oder DEKRA informieren.

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Schritt für Schritt: Der Wechsel der Zündkerzen

Folgende Utensilien benötigen Sie für den Wechsel:

– Das Fahrzeughandbuch
– Entweder einen passenden Ring-Maul-Schlüssel
– oder einen Kerzenschlüssel
– oder einen Drehmoment-Schlüssel mit Zündkerzen-Nuss
– ggf. ein Schraubendreher
– ein Lappen

Zündkerzen wechselnAnmerkung: Zündkerzen sollten nur bei vollständig abgekühltem Motor gewechselt oder begutachtet werden. Ansonsten besteht die Gefahr einer Verbrennung.

Schritt 0: zündkerzen umschlüsselnÖffnen Sie die Motorhaube und lokalisieren Sie die Zündkerzen im Motorraum. Die Position ist im Handbuch verzeichnet. Sind sie durch einen Deckel oder eine Kappe geschützt, entfernen Sie diese und legen Sie sie beiseite. Entfernen Sie auch die Zündkerzenstecker und merken Sie sich, zu welchen Zylindern sie gehören.
Schritt 1: zündkerzen autoMit einer Zündkerzen-Nuss, dem Kerzenschlüssel oder einem Ring- bzw. Maulschlüssel – üblicherweise Schlüsselweite 20,8 – können Sie die alten Zündkerzen zunächst anlösen und dann per Hand herausdrehen. Alte Kerzen gehören nicht in den Hausmüll, sondern sollten zum Autoverwerter oder dem örtlichen Wertstoffhof gebracht werden. Entfernen Sie mit einem Lappen grobe Verschmutzungen von den Gewindelöchern.
zündkerzen aufbau

 

Schritt 2: Drehen Sie mit der Hand zunächst jede Zündkerze in ihr entsprechendes Gewindeloch. Nur locker andrehen.

Schritt 3: autoteile zündkerzenStellen Sie entweder den Drehmoment-Schlüssel mit der Zündkerzen-Nuss auf das vom Hersteller angegebene Drehmoment und ziehen Sie die Mutter so lange fest bis dieser „durchrutscht“ oder gehen Sie nach folgender Faustregel vor:
– Handelt es sich um eine Zündkerze mit Dichtring, drehen Sie die Mutter nach dem handfesten Anziehen um etwa 90° weiter.
– Handelt es sich um eine konische Zündkerze ohne Dichtring, drehen Sie die Mutter nach dem handfesten Anziehen um etwa 15° weiter.
auto kerzen

 

 

Schritt 4: Setzen Sie jetzt die Zündkerzenstecker wieder auf.

zündverteilerkappe

 

Schritt 5: Auch den Deckel oder die Kappen können Sie nun wieder montieren.

zündkerzennuss

Schritt 6: Lassen Sie die Haube geöffnet, setzen Sie sich in das Fahrzeug und starten Sie den Motor. Geben Sie ein paar Mal Gas und beobachten Sie die Reaktion. Läuft der Motor ruhig und es gibt keine Aussetzer oder Stotterer ist der Wechsel abgeschlossen.

Zündkerzen selber checken

Häufige Fehler und Lösungen

Mit dem richtigen Werkzeug, ist der Wechsel von Zündkerzen im Regelfall auch für Laien kein Problem. Steht dies nicht zur Verfügung, kann man sich immernoch mit den Faustregeln behelfen, muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dies keine optimale Lösung ist. Probleme machen sich meist bereits bei der ersten Fahrt bemerkbar, deswegen ist nach dem Wechsel eine Probefahrt wichtig. Folgendes kann auftauchen:

– Ein Rappeln aus dem Motorraum: Dies ist ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht richtig montiert wurde. Das können beispielsweise der Zündkerzendeckel oder die Kappen sein, mit denen diese geschützt sind. Überprüfen Sie die Anbauteile auf ihren richtigen Sitz oder montieren Sie diese erneut.
– Fehlermeldung – Motor: Moderne Fahrzeuge werden ständig vom Bordcomputer überwacht und ein Wechsel der Zündkerzen kann ein Fehlersignal auslösen. Im Normalfall sollte sich dieses selbst resetten, wenn der Computer merkt, dass alles in Ordnung ist. In seltenen Fällen muss die Fehlermeldung von der Werkstatt gelöscht werden.
– Stottern, Zylinderausfälle: All diese Symptome sprechen dafür, dass die Zündkerze nicht richtig eingebaut wurde oder der Zündkerzenstecker nicht ordentlich sitzt. Manchmal gibt es leichten „Spiel“ im Gewinde, der dafür sorgt, dass sich diese um wenige Millimeter verschiebt. Testen Sie bei abgekühltem Motor den Sitz der Zündkerzen und stecken Sie die Kabel erneut auf. Haben sich die Zündkerzen gelöst, könnte ein schlechtes Gewinde das Problem sein. In diesem Fall ist eine Reklamation beim Hersteller erforderlich.
– Schlechte Leistung: Um optimal zu laufen, muss das Timing des Zündfunkens genau auf den Motor abgestimmt sein. Moderne Fahrzeuge sind manchmal nach einem Wechsel der Zündkerzen überfordert und müssen diese Timings erneut „lernen“. Dies dauert ein wenig Zeit. Sollte sich dieses Problem nach ein paar Kilometern nicht selbst lösen, muss eine Werkstatt aufgesucht werden, die den Computer neu einstellt.

Weblinks: ADAC, Wikipedia
Foto: TeplouhovJurij, stella_photo, GreenLeaf Designs, sima, Anatoly Tiplyashin, Dmitri Ma, Menzhynskyi, wavebreakmedia, Anupong Nantha / shutterstock.com

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