Marder im Auto – so kann man Marderschaden vermeiden

Marder im Auto - so kann man Marderschaden vermeiden

Marder sind kleine, putzige Räuber. Sie faszinieren mit ihrer agilen Bewegungsfähigkeit und sind an für sich schöne Tiere. Autofahrer fürchten die nachtaktiven Beißer aber sehr, denn sie sind für große Schäden im Motorraum von Autos verantwortlich. Rechtzeitig erkannt, ist der Marderschaden zwar ärgerlich aber noch zu beheben. Unerkannt kann eine durchgebissene Leitung aber auch zu einem kapitalen Motorschaden oder sogar einer lebensgefährlichen Situation führen. Lesen Sie in diesem Ratgeber, worauf Sie bei einem Marderbefall achten müssen.

Wenn der Beißer zuschlägt – Was ist ein Marder?

marderschaden erkennenMarder gehören zur Klasse der hundeartigen Raubtiere. Sie stellen neben den Bären und den Wölfen die dritte Familie dieser Klasse an Säugetieren. Zu den Mardern zählen einige Unterarten wie Iltisse, Nerze oder die am Wasser lebenden Otter. Charakteristisch für Marder sind ihre kurzen Beine und ihr lang gestreckter Körper. Dies macht sie besonders für Autos so gefährlich: Marder sind darauf spezialisiert, in Höhlen eindringen zu können. Mit ihren scharfen Krallen und spitzen Zähnen steigen sie den Kaninchen und anderen Höhlen bauenden Tieren nach und holen sich dort ihre Beute. Sie selbst ziehen sich ebenfalls gerne in Höhlen zurück und nutzen sie als Lager für Nahrung.

Marder und Autos

marderschaden versicherungEin Auto bzw. sein Motorraum ist für einen Marder nichts anderes als eine Höhle. Sie sind über die Radkästen leicht zugänglich, absolut trocken und meistens noch schön warm. Das macht die Autos für Marder so attraktiv. Da die kleinen Räuber einen ausgesprochenen Spieltrieb haben und sehr neugierig sind, machen sie sich an allem zu schaffen, was sie im Motorraum finden. Zündkabel, Wasser- und Bremsleitungen und Plastikgehäuse werden sehr gerne angenagt oder sogar durchgebissen. Hier sind vor allem Autos gefährdet, die eine weite Pendelstrecke zurücklegen: Riecht ein Marder, dass ein anderer Marder in einem Auto war, fühlt er sich in seinem Revier bedroht. Er versucht die Gefahr auszuschalten und befällt ganz gezielt diese Autos, in denen er die Duftmarke des fremden Tiers wahrnimmt.
Das kann dann zum Auslaufen von Wasser, Öl oder Bremsflüssigkeit führen, die Elektrik zerstören oder Falschluftkanäle verursachen. Das Auto nimmt immer Schaden. Besonders die neuen Fahrzeuge mit ihrer umfangreichen elektronischen Ausstattung sind für Marderbisse anfällig. Lambdasonden, Verschleiß- und ABS-Sensoren an Bremsen und viele andere Verkabelungen sind heute ebenfalls in der Reichweite der Marder.
Lambdasonde Bosch bestellen

Auf Warnzeichen achten

Marderschaden am AutoFindet man tote Tiere, Obst oder angebissene Essensreste im Motorraum kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass man Besuch von einem Marder hatte. Auch wenn noch kein Marderschaden entstanden ist, ist nun höchste Zeit zum Handeln. Marder orientieren sich am Geruch. Eine Höhle, die sie einmal in Besitz genommen haben, geben sie nicht so leicht wieder her. Einfach die Hinterlassenschaften des Beißers zu beseitigen und eine Motorwäsche durchzuführen reicht bei Weitem nicht aus. Der Marder kommt wieder, es sei denn, man tut etwas dagegen.

Marderschaden – Viele Mythen mit wenig Wirkung

Über die Abwehr von Mardern wird viel spekuliert. Im Netz ist allerlei Unsinn darüber zu finden, wie man den ungebetenen Gast wieder loswird. Übliche Tipps sind:
– Hundehaare
– Katzenurin
– Pissoir-Steine
– Deospray
– Hasengitter

Manche Autofahrer suchen sogar einen Zoo um sich Urin von Löwen zu besorgen. Hier kann man aber sagen: Das ist alles Unsinn. Einen Marder schrecken diese Maßnahmen nicht im Geringsten ab. Um den Plagegeist wirklich nachhaltig zu verjagen, muss mit wissenschaftlichen Methoden vorgegangen werden.

Schutz von Kabeln und Leitungen

selbstbeteiligung bei marderschadenWird ein Marderbefall festgestellt, muss zunächst der gesamte Motorraum auf Schäden untersucht werden. Dazu beobachtet man den laufenden Motor ganz genau. Am besten fährt man mit dem Wagen eine kurze Runde um den Block, um den Motor auf Betriebstemperatur zu bekommen. Erst wenn der große Kühlkreislauf geöffnet ist, lassen sich alle Leitungen auf Schäden untersuchen. Ein ausreichend aufgewärmter Motor ist daran erkennbar, dass der Kühler warm wird oder der Lüfter anspringt.

Folgende Schäden von Marder können beobachtbar sein:

– Funkenschläge aus Zündleitungen
– Austretendes Wasser aus Wasserleitungen
– Austretendes Öl, z.B. an der Motorentlüftung
– Bissspuren am Luftfiltergehäuse
– Zischendes Geräusch am Ansaugtrakt
– Austretendes Fett an den Achsmanschetten

Außerdem sollten die Bremsleitungen genau untersucht werden. Dort verbeißt sich der Marder zwar nur selten, dann aber mit umso gravierenderen Folgen. Gefährdet sind nicht die durchgehenden Kupferleitungen vom Bremskraftverstärker, sondern die kurzen Schläuche direkt an den Bremsen.

Passive und aktive Maßnahmen gegen Marderschaden

marderschaden auto springt nicht anEinen Marder bekämpft man nun an zwei Fronten: Schutz der gefährdeten Bauteile und Abwehr des ganzen Tieres. Die serienmäßig verbauten Bremsschläuche aus Gummi können gegen Stahlflex-Leitungen ersetzt werden. An diesen beißt sich der Marder die Zähne aus. Damit hat man am wichtigsten Bauteil des Autos die maximale Sicherheit hergestellt.

Bremsschläuche bestellen

Schläuche und Zündkabel lassen sich mit bissfesten Ummantelungen ausstatten. Dies ist etwas Arbeit, bietet aber einen guten Schutz. Dabei ist es wichtig, nur die geeigneten Mittel zu verwenden. Nur die zertifizierten Wellrohre aus bissfestem Kunststoff bieten den optimalen Schutz vor den beißfreudigen Räubern. Ein Rohr von zwei Meter Länge kostet ca. sieben Euro. Der Einbau ist recht einfach: Die Rohre sind einseitig geschlitzt. Sie lassen sich mit einer Schere auf die gewünschte Länge kürzen. Sie werden um die Wasserleitungen und Zündkabel gestülpt und mit Kabelbindern befestigt – fertig.

marderschaden schlaücheDer beste Schutz gegen Marder ist jedoch, ihn gar nicht erst ins Auto hinein zu lassen. Mechanische Sperren sind hier nur schwer umsetzbar, da die Autos dafür nicht ausgelegt sind. Jedoch sind Marder eng mit den Hunden verwandt, was ihnen eine ganz besondere Schwachstelle beschert: Das Gehör. Wie Hunde auch, reagieren Marder extrem sensibel auf Geräusche, was sich der Autobesitzer zu Nutze machen kann. Das Hörvermögen von Mardern reicht weit in den Ultraschall-Bereich hinein. Das kann der Autofahrer gegen den Plagegeist anwenden, indem er einen „Marderschreck“ einbaut.

Die Hightech-Waffe „Marderschreck“

marderschaden verhindernEin Marderschreck gegen Marderschaden ist ein kleines, elektronisches Gerät, welches an den Stromkreis des Autos angeschlossen wird. Es sendet beim abgestellten Auto permanent ein Ultraschall-Signal aus. Zusätzlich moduliert, also wechselt, das Signal. Das verhindert, dass der Marder sich an das Geräusch gewöhnt.
Ein hochwertiger Marderschreck kostet ca. 100 Euro. Sein Einbau ist nicht allzu kompliziert. Wer aber nicht wirklich mit der Arbeit an der Elektrik eines Fahrzeugs vertraut ist, der sollte einen Fachmann zur Hilfe nehmen. Ein professioneller Einbau von einem Marderschreck kostet ca. 50- 100 Euro. Der Marderschreck ist auch gut zum Schutz von Häusern und Garagen geeignet.

Für ganz hartnäckige Fälle

Marderschaden MythenEtwas komplizierter im Einbau und auch etwas teurer ist eine Hochspannungs-Abwehr vom Marder. Hierbei werden Kontaktplatten im Motorraum platziert. Wenn der Marder diese berührt, bekommt er einen so starken Stromschlag, dass er schnell das Weite sucht. Die Schläge sind nicht tödlich oder produzieren bleibende Schäden. Sie sorgen aber dafür, dass der Marder sich vom Auto in Zukunft fern hält. Der Einbau ist jedoch eine echte Herausforderung und sollte nur vom Fachmann durchgeführt werden. Hochwertige Kombi-Geräte, in denen auch die Ultraschall-Abwehr integriert ist, kosten ca. 250 Euro.

An die eigene Sicherheit denken

Maßnahmen gegen MarderschadenDer Einbau von einer Hochspannungs-Abwehr gegen Marderschaden hat einen großen Nachteil: Dem Gerät ist es egal, wer gerade die Kontaktplatten berührt. Möchte der Autofahrer den Ölstand prüfen, ist das Letzte was gewünscht ist ein ordentlicher Stromschlag. Zwar sind die meisten Hochspannungs-Abwehrgeräte mit einer Selbstabschaltung nach geöffneter Motorhaube ausgestattet. Dies kann jedoch bei billigen Geräten einige Minuten dauern, bis das Gerät sich entladen hat. Hier bietet die Industrie Sicherheits-Motorhauben-Schalter mit Sofortentladung an. Diese schalten die Hochspannungs-Marderabwehr sofort auf unscharf. Sobald die Haube geöffnet ist, sind die Kontaktplatten spannungsfrei und es kann gefahrlos im Motorraum gearbeitet werden.

Foto: wk1003mike, Philmoto, Andreas Böhm, bluedesign, Leonardo Franko, Joachim Neumann, Kristin Gründler, ufotopixl10, Horst Schmidt / fotolia.com
sehr schlechtschlechtmittelgutsuper (49 Bewertungen, durchschnittlich: 4,96 von 5)
Loading...