Das Motoröl absaugen ist eine praktische Alternative zum herkömmlichen Ölwechsel über die Ölwanne. Mit der richtigen Technik und entsprechenden Werkzeugen lässt sich das Altöl sauber und effizient entfernen. Sie benötigen eine Ölabsaugpumpe, einen geeigneten Auffangbehälter und etwas Zeit. Der Vorgang dauert etwa 30-45 Minuten und erfordert warmen Motor für optimale Fließeigenschaft des Öls.
Wie viel kostet es in der Werkstatt?
In deutschen Werkstätten kostet ein professionelles Ölabsaugen zwischen 80 und 150 Euro, je nach Fahrzeugtyp und verwendetem Motoröl. Die Preise variieren stark je nach Region und Werkstatt. Zusätzlich fallen oft Kosten für die Altölentsorgung und den neuen Ölfilter an. Luxusfahrzeuge oder Spezialöle können die Kosten auf bis zu 200 Euro erhöhen.
Benötigte Werkzeuge und Teile
Teile die Sie benötigen:
- Ölabsaugpumpe (elektrisch oder manuell)
- Neues Motoröl (fahrzeugspezifisch)
- Auffangbehälter (mindestens 6 Liter)
- Absaugschlauch (passend zur Ölmessstab-Öffnung)
Werkzeuge die Sie brauchen:
- Arbeitshandschuhe
- Trichter
- Reinigungstücher
- Schraubenschlüssel-Set
Benötigte Zeit: 30-45 Minuten
Stellen Sie sicher, dass die Ölabsaugpumpe für Ihr Fahrzeug geeignet ist. Die Schlauchdicke muss zur Ölmessstab-Führung passen.
Sicherheitsvorkehrungen
Arbeiten Sie nur bei warmem, aber nicht heißem Motor. Das Öl sollte Betriebstemperatur haben, aber der Motor darf nicht zu heiß sein. Tragen Sie immer Schutzhandschuhe, da warmes Öl Verbrennungen verursachen kann. Stellen Sie das Fahrzeug auf ebener Fläche ab und ziehen Sie die Handbremse an. Verwenden Sie geeignete Aufpralldämpfer, falls Sie das Auto anheben müssen.
Halten Sie Reinigungsmaterial bereit und sorgen Sie für ausreichende Belüftung. Altöl ist umweltschädlich und muss fachgerecht entsorgt werden.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1: Motor vorbereiten
Fahren Sie das Auto etwa 5-10 Minuten warm, damit das Öl dünnflüssiger wird. Schalten Sie den Motor ab und warten Sie weitere 5 Minuten. Entfernen Sie vorsichtig den Ölmessstab aus der Führung. Reinigen Sie den Messstab gründlich.
Schritt 2: Absaugpumpe vorbereiten
Verbinden Sie den Absaugschlauch mit der Pumpe. Führen Sie das andere Ende vorsichtig in die Ölmessstab-Öffnung ein. Der Schlauch muss bis zum Boden der Ölwanne reichen. Achten Sie darauf, den Schlauch nicht zu verkanten.
Schritt 3: Öl absaugen
Starten Sie die Absaugpumpe und lassen Sie das Öl vollständig in den Auffangbehälter fließen. Bei elektrischen Pumpen läuft der Vorgang automatisch. Manuelle Pumpen erfordern kontinuierliches Betätigen des Hebels. Kontrollieren Sie regelmäßig den Füllstand im Auffangbehälter.
Schritt 4: Ölfilter wechseln
Entfernen Sie den alten Ölfilter mit einem geeigneten Schlüssel. Reinigen Sie die Filterfläche gründlich. Tragen Sie eine dünne Schicht neues Öl auf die Gummidichtung des neuen Filters auf. Schrauben Sie den Filter handfest an.
Schritt 5: Neues Öl einfüllen
Setzen Sie den Ölmessstab wieder ein. Öffnen Sie den Öleinfülldeckel und füllen Sie das neue Motoröl langsam ein. Prüfen Sie den Ölstand mit dem Ölmessstab nach etwa 5 Minuten Wartezeit. Starten Sie den Motor und lassen Sie ihn im Leerlauf laufen.
Häufige Fehler vermeiden
Lassen Sie niemals den Absaugschlauch im Motor stecken und starten das Fahrzeug. Dies kann zu schweren Motorschäden führen. Verwenden Sie nicht das falsche Öl für Ihren Motor. Überfüllen Sie den Motor nicht mit Öl, da dies Dichtungen beschädigen kann.
Entsorgen Sie das Altöl niemals über den Hausmüll oder das Abwasser. Prüfen Sie vor dem Absaugen, ob genügend Platz für den Schlauch in der Ölmessstab-Führung vorhanden ist. Bei sehr engen Öffnungen kann das Absaugen schwierig werden.
Dokumentieren Sie den Ölwechsel mit Datum und Kilometerstand. Dies hilft bei der Wartungsplanung und erhält Garantieansprüche.
Wann sollten Sie das Öl wechseln?
Die meisten Fahrzeughersteller empfehlen einen Ölwechsel alle 15.000 bis 30.000 Kilometer oder jährlich. Bei älteren Fahrzeugen oder extremen Fahrbedingungen kann ein häufigerer Wechsel nötig sein. Stadtverkehr, kurze Fahrten und Stop-and-Go-Verkehr belasten das Öl stärker.
Achten Sie auf Warnsignale wie dunkles, dickflüssiges Öl oder metallische Partikel im Öl. Ein regelmäßiger Ölwechsel verlängert die Lebensdauer Ihres Motors erheblich und kann teure Reparaturen vermeiden.
Zusätzliche Wartung zur gleichen Zeit
Nutzen Sie die Gelegenheit für weitere Wartungsarbeiten. Wechseln Sie den Luftfilter, wenn er verschmutzt ist. Prüfen Sie den Zustand der Zündkerzen und reinigen Sie die Einspritzdüsen. Ein Blick auf die Keilriemen und Kühlmittelschläuche schadet ebenfalls nicht.
Diese Kombination spart Zeit und Geld, da Sie nur einmal unter die Haube schauen müssen. Weitere Informationen zur Wartung finden Sie in unserem Ölfilter-Wechsel Ratgeber und der kleinen Fahrzeugwartung Anleitung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich jede Ölabsaugpumpe verwenden?
Nicht alle Pumpen sind für jeden Fahrzeugtyp geeignet. Die Schlauchdicke muss zur Ölmessstab-Führung passen, und die Pumpleistung sollte ausreichend sein.
Ist Absaugen so effektiv wie Ablassen?
Beim Absaugen bleiben etwa 100-200ml Altöl in der Wanne zurück. Dies ist für normale Wartung akzeptabel und schadet dem Motor nicht.
Wie oft sollte ich die Absaugmethode verwenden?
Sie können jeden Ölwechsel über die Absaugmethode durchführen. Gelegentlich sollten Sie jedoch auch über die Ablassschraube wechseln, um Ablagerungen zu entfernen.
Was passiert mit dem alten Öl?
Altöl muss bei Tankstellen, Werkstätten oder Wertstoffhöfen abgegeben werden. Diese sind zur kostenlosen Annahme verpflichtet, wenn Sie dort neues Öl kaufen.
Kann ich bei kaltem Motor absaugen?
Kaltes Öl fließt sehr langsam und lässt sich schwer absaugen. Ein warmer Motor ist für einen effizienten Ölwechsel unbedingt erforderlich.
Das Absaugen von Motoröl bietet eine saubere Alternative zum traditionellen Ölwechsel und eignet sich besonders gut für Fahrzeuge ohne einfachen Zugang zur Ölablassschraube. Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Werkzeugen lässt sich diese Wartung problemlos selbst durchführen. Die Wahl des richtigen Motoröls und die fachgerechte Entsorgung des Altöls sind dabei entscheidende Faktoren für einen erfolgreichen Ölwechsel.










