Radmuttern und Radschrauben: Das sollten Sie wissen!

Radmuttern und Radschrauben: Das sollten Sie wissen!

Die Räder eines Fahrzeuges können grundsätzlich auf zwei unterschiedliche Arten mit dem Fahrzeug verbunden werden. So stehen neben den häufig verwendeten Radschrauben auch Radmuttern zur Verfügung. Wer regelmäßig die Reifen am Fahrzeug wechselt, sollte sich mit beiden Elementen auskennen und wissen, worauf es bei den einzelnen Systemen zu achten gilt. Wir haben für Sie alle relevanten Informationen zu Radmuttern und Radschrauben in diesem Artikel umfassend zusammengeführt.

Der Unterschied zwischen Radmuttern und Radschrauben

Sie können direkt auf den ersten Blick erkennen, ob an einem Fahrzeug Radmuttern oder Radschrauben verwendet werden.

Ist der Reifen abgenommen, stehen bei der Verwendung von Radmuttern sogenannte Stehbolzen heraus, welche direkt auf der Nabe befestigt wurden. Der Reifen muss nun mit den passenden Löchern über die Stehbolzen geschoben werden und kann anschließend mit den Radmuttern befestigt werden.

Der Unterschied zwischen Radmuttern und RadschraubenBeim System der Radschrauben hingegen befinden sich nur passende Schraublöcher in der Nabe. Hier muss das Rad beim Wechsel korrekt ausgerichtet werden, damit die Radschrauben in die dafür vorgesehenen Schraublöcher eingebracht und befestigt werden können.

Zudem werden bei den Radmuttern zwei unterschiedliche Systeme eingesetzt. Es gibt Radmuttern mit kegeligem oder kugeligem Aussehen. Die Art der Radmuttern muss somit auch zum Reifen und der darin vorgesehenen Aufnahme für die Radmuttern passen. Dies ist wichtig, da die unpassende Kombination von Radmutter und Reifen zu einer Lockerung der Mutter und somit zu einer verminderten Sicherheit führen kann.

Gibt es wirklich mehr Radschrauben als Radmuttern?

Gibt es wirklich mehr Radschrauben als Radmuttern?

  • In vielen Fachpublikationen heißt es, dass in der heutigen Zeit beinahe nur noch Radschrauben und kaum noch Radmuttern verwendet werden. Dies ist allerdings ein Trugschluss, da viele Fahrzeughersteller noch immer auf das System der Radmuttern setzen.
  • Opel oder auch Ford sind beispielsweise dafür bekannt, dass beinahe alle Fahrzeuge der Fahrzeugpalette mit den typischen Radmutter-Systemen ausgeliefert werden. Auch Kia und Honda haben weiterhin die Radmuttern im Programm und setzen somit auf diese Technik.
  • Grundsätzlich ist es allerdings so, dass dennoch ein großer Teil der Autohersteller, darunter auch führende Marken wie VW vor allem auf Radschrauben setzen, da diese eine höhere Flexibilität für den Nutzer bieten.
  • Große Ersatzteilhändler führen in ihrem Sortiment allerdings weiterhin sowohl Radschrauben als auch Radmuttern in den unterschiedlichsten Ausführungen. Es ist somit kein Problem für das eigene Fahrzeug und die eigenen Reifen passende Ersatzteile zu erhalten.

Welche Vorteile bietet welches System?

Betrachten wir einmal beide Systeme im direkten Vergleich, so bietet die Radmutter den großen Vorteil, dass der Reifenwechsel schneller und oftmals auch einfacher von der Hand geht, da der Reifen direkt auf die Radnabe und die Stehbolzen aufgeschoben werden kann.
Radmuttern wieder nachziehen

  • Ein Verrutschen des Reifens auf der Nabe ist somit bei der Befestigung einfach verhindert. Allerdings gibt es auch Nachteile. So müssen die Radmuttern nach einiger Laufzeit nochmals nachgezogen werden, um die Sicherheit des Fahrzeuges zu gewährleisten.

Korrosion der Radmutter feststellen

  • Zudem wird es sehr kompliziert, wenn bei einem Reifenwechsel eine Korrosion der Radmutter festgestellt wird. Eine Radschraube können Sie in einem solchen Fall notfalls aufbohren und somit problemlos entfernen. Eine festgerostete Radmutter hingegen lässt sich nicht so einfach entfernen und kann viel Zeit und Kraft beanspruchen, ehe der Reifen freigemacht werden kann.

Pannen-Radwechseln auf offener Straße

  • Vor allem bei ungeplanten Pannen-Radwechseln auf offener Straße mit nur unzureichendem Werkzeug kann dies schnell zu einem Problem werden. Dies gilt zwar vielfach auch für Radschrauben, doch lassen sich diese in der Regel deutlich einfacher auch mit unpassendem Werkzeug lösen.

Können beide Systeme als Sicherheitsschutz dienen?

Können Radmuttern und Radschrauben als Sicherheitsschutz dienenHochwertige Felgen müssen sinnvollerweise vor Diebstahl geschützt werden. Dies ist sowohl mit Radmuttern als auch mit Radschrauben möglich. Das bedeutet, dass Sie sowohl Sets an Radschrauben als auch an Radmuttern kaufen können, welche nur mit einem Spezialschlüssel wieder gelöst werden können.

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Eine Schraube oder eine Mutter pro Reifen genügen, um diesen vor einem Diebstahl effektiv zu schützen. Normale Schrauben und auch die Sicherheits-Sets erhalten Sie im gut sortierten Fachhandel. Besonders empfehlenswert ist AutoteileProfi, dank des großen Sortiments und der attraktiven Preise.

Radmuttern und Radschrauben: Einfetten sinnvoll?

Radmuttern und Radschrauben entfettenAus Angst vor Verrostung denken viele Autobesitzer beim Reifenwechsel darüber nach, die Radschrauben oder auch die Stehbolzen und somit die Radmutter einzufetten. Es gibt nur sehr wenige Hersteller auf dem Markt, welche solch ein Vorgehen überhaupt mit speziellen Hilfsmitteln erlauben. Der Grund ist simpel:

  • Aufgrund der direkten Nähe zum Bremssystem wirken enorm hohe Temperaturen auf die Schrauben und Muttern. Das Fett würde in einem solchen Fall nur verbrennen und könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich Muttern und Schrauben erst recht festfressen würden.
  • Aus diesem Grund sollten Radmuttern und Radschrauben auf keinen Fall eingefettet werden. Es genügt die Gewinde und Oberflächen mit einer Drahtbürste vorsichtig von der Oberflächenkorrosion zu säubern.

So weit müssen Radschrauben mindestens eingedreht werden

Radschrauben eindrehenRadschrauben müssen immer mit einem festgelegten Drehmoment festgezogen werden. Allerdings gehen viele Menschen davon aus, dass auch nur wenige Umdrehungen genügen, um eine Schraube sicher an ihrem Platz zu halten. Dies ist allerdings irreführend. Damit eine Radschraube eine kraftbündige Verbindung eingeht, sollten mindestens sechs Umdrehungen möglich sein. Erst dann ist die gewünschte Sicherheitslage erreicht.

Die Vorteile der Flexibilität im Detail

Die Vorteile der Flexibilität bei den RadschraubenRadschrauben bieten allerdings noch weitere Vorteile für den Automobilbesitzer.

  • Denn Radschrauben gibt es in unterschiedlicher Länge und somit in unterschiedlichen Maßen.
  • Bei Radmutter-Systemen müssen Sie immer darauf achten, dass die gewünschten Felgen zu den Stehbolzen und deren Länge passen.
  • Mit den Radschrauben können Sie somit flexibler agieren und die Schrauben an die entsprechende Dicke der Felge anpassen.
  • Somit können Sie beim Kauf von Ersatzteilen wie neuen Felgen oder auch Winterreifen problemlos auf die passende Schraubenlänge wechseln.

Radschrauben und Radmuttern nachziehen:
Ammenmärchen oder sinnvoll?

Radschrauben und Radmuttern nachziehenWichtig ist grundsätzlich, dass sowohl Radschrauben als auch Radmuttern mit dem passenden und vorgegebenen Drehmoment angezogen werden. Ist dies der Fall, können Sie bei den Radschrauben auf ein Nachziehen verzichten, da diese mit ausreichender Kraft befestigt wurden. Für Radmuttern gilt dieses System allerdings nicht. Diese sollten nach ungefähr 50 Kilometern Fahrleistung von Ihnen nochmals mit dem passenden Drehmoment nachgezogen werden. Lassen Sie den Reifenwechsel von einer Fachwerkstatt durchführen, legt diese Ihnen oftmals einen Erinnerungszettel für das Nachziehen ins Auto.

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